Als die Absolventen der Fachakademie in Höchstadt 1996 in das neue Gebäude in der Veit-Stoß-Straße einzogen, hatten sie ein Problem, erinnert sich Johannes Zenk: Die nächste Telefonzelle war zu weit entfernt. "Der Förderverein hat dann fünf Jahre lang eine Münztelefonanlage betrieben", erzählte er am Samstag. Eine Notwendigkeit, die heute kaum noeh vorstellbar ist. Doch die Aktion zeigt: Der Freundes- und Förderkreis der Fachakademie für Sozialpädagogik setzt sich seit jeher für die Interessen der Absolventen ein. Am Samstag feierte der Verein mit zahlreichen Ehemaligen sein 30-jähriges Bestehen.

Während es die Fachakademie bereits seit 1973 gibt, kam der Förderkreis erst später hinzu. Im Sommer 1988 hatten Studierende die Idee, nach Ende der Ausbildung weiterhin in Kontakt zu bleiben. "Es gab plötzlich Studierende, die gemeint haben: Es muss etwas passieren", sagte Zenk, der von Beginn an im Vorstand des Vereins ist und jahrelang Schulleiter der Fachakademie war. Die Absolventen wollten den Kontakt - auch nachdem sie die Schule verlassen haben - nicht abreißen lassen.

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) kam neben Landrat Alexander Tritthart (CSU) ebenfalls zum Jubiläum am Samstag in das Schulgebäude. Die Fachakademie und der Förderverein seien sehr positiv für den Schulstandort Höchstadt und den gesamten Landkreis, erklärte Brehm in seiner Rede.

In gemütlicher Atmosphäre trafen sich zum 30. Geburtstag natürlich auch viele Ehemalige - denn genau das war ja die erste Intention des Vereins. Bei Darts oder beim Weiden flechten kamen sie schnell ins Gespräch. Eines der Highlights bei den vielfältigen Workshops: der Escape Room. Fünf bis sechs Teilnehmer mussten sich aus einem geschlossenen Raum befreien. Das schafften sie nur, wenn sie gemeinsam Rätsel lösten und sich von den Live-Schauspielern nicht aufhalten ließen.

Aktuell hat der Verein laut Vorsitzendem Johannes Zenk rund 80 Mitglieder. Das seien auch schon mal mehr gewesen, doch wie in vielen Vereinen sinken auch beim Freundes- und Förderkreis die Mitgliederzahlen. Immerhin: Pro Jahr treten auch vier bis fünf Absolventen bei. "Wir haben einige, die von Anfang an dabei sind", sagt Zenk. Das seien etwa 15 Mitglieder.

Der Verein habe die Fachakademie in den letzten 30 Jahren mit rund 31 000 Euro finanziell unterstützt. "Die Schule war immer froh, wenn der Förderverein das eine oder andere finanzieren konnte", meinte Zenk. So wie die Telefonzelle Ende der 1990er Jahre. Eine Investition, die das Schulleben damals besser gemacht hat - und eine Geschichte, die Zuhörer heute schmunzeln lässt.