Kronach — Andreas Stahl wird zwei Jahre lang für die Pfarreiengemeinschaft Kronach tätig sein und sich dabei - neben Kronach - auch für Zeyern,Unterrodach, Höfles und Oberrodach mit zuständig zeigen. Für den Bindlacher ist es die zweite Kaplanstelle in seinem Berufsleben. Er und die Pastoralreferentin Sarah Maria Röck-Damschen wurden am Sonntagabend in einem von großer Vorfreude geprägten Begrüßungsgottesdienst in Kronach willkommen geheißen.

Gegen die Ausgrenzung

Regionaldekan Thomas Teuchgräber freute sich sehr, viele Gottesdienstbesucher aus dem ganzen Seelsorgebereich begrüßen zu können, wie auch die Patres Werner Pieper und Wladyslaw Poddebniak vom Oblatenkloster, die die Messe mitzelebrierten. "Manchmal sagen die Menschen über die Kirche sie sei taub und stumm - taub, weil sie nicht höre, was in der Welt passiere und stumm, weil es ihr an Sprache fehle, die Botschaft deutlich zum Ausdruck zu bringen", meinte Teuchgräber. und nahm damit Bezug auf das vorher gehörte Sonntagsevangelium, der Geschichte von der Heilung eines Taubstummen. Aus eigener Erfahrung wisse er, so der Regionaldekan, wie schwer es für Menschen sei, wenn sie das Gefühl hätten, nicht ernst genommen zu werden. "Die Menschen verstummen dann wirklich und ziehen sich zurück", bedauerte er. Wenn man solche Menschen aufbaue, ihnen Selbstbewusstsein gebe und Vertrauen entgegenbringe, könnten diese so viel gutes Neues entwickeln. "Jesus war so ein Mensch. Gerade für die Menschen, die vom Leben ausgegrenzt wurden, hat er Sensibilität und Empathie entwickelt", verdeutlichte er.

Menschen wieder aufbauen

Auch heute noch würden Menschen stumm gemacht - mit Aussagen wie "Du kannst da nicht mitreden" oder "Du redest nur Unsinn". Solchen Menschen durch eine Begegnung auf Augenhöhe wieder Interesse am Leben zu vermitteln, ihr Grund- und Selbstvertrauen zu stärken - auch dies sei eine wichtige Aufgabe von Mitarbeitern der Seelsorge, appellierte der Regionaldekan. Wie er erklärte, werde die neue Pastoralreferentin auch bei Beerdigungen mithelfen.

In ihrer kurzen Ansprache freute sich Röck-Damschen sehr, dass sie ihr Weg über verschiedene Wasserwege und Seen nun in die Drei-Flüsse-Stadt Kronach geführt habe. Allen Anwesenden wünschte sie, immer wieder aus dem Fluss des Glaubens schöpfen zu können und sich erfrischen zulassen.

"Die Freude am Herrn ist Eure Stärke" - dieser Leitspruch seiner Primiz begleite ihn, so Andreas Stahl, durch sein Leben. Jesus schaue hin, was die Menschen bräuchten. Er heile und integriere sie. Er führe sie zurück ins Leben und in die Gemeinde. Dies sei zugleich auch Aufgabe aller in der Seelsorge Tätigen. Pfarrgemeinderat Stefan Lindinger hieß beide namens aller kirchlichen Gremien willkommen. Einen Neuanfang zu wagen, Gewohntes aufzugeben Freunde und Bekannte, ins Unbekannte aufzubrechen, sei sicherlich oft auch mit einer Portion Angst verbunden. "Wir sind eine lebendige Pfarrgemeinde, die sich den Herausforderungen der Zeit stellt - insbesondere hinsichtlich der Seelsorgebereiche", versicherte er und würdigte zugleich das in den vielen Gremien vorhandene Engagement.

Bei einem vom Pfarrgemeinderat im Pfarrzentrum ausgerichteten Stehempfang nutzten viele Gottesdienstbesucher im Anschluss die Möglichkeit, die beiden neuen Mitarbeitenden persönlich kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.