Rentweinsdorf —  Mit einer Andacht in der Dreifaltigkeitskirche begann am Tag der Deutschen Einheit die regelmäßige Gedenkveranstaltung. In seiner Ansprache legte Ortspfarrer Hans Körner, treffend für den Tag, die Bibelworte "Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem Herrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut" zugrunde. Mit Dankgebeten und -liedern wurde der Wiedervereinigung Deutschlands vor 27 Jahren gedacht.
In gleicher Weise erinnerte Bürgermeister Willi Sendelbeck im vollbesetzten Marktsaal an das historische, friedliche Zusammenkommen des getrennten Landes. Sendelbeck bezog sich auf das gute Miteinander zwischen den Rentweinsdorfern und den Neubürgern aus den neuen Bundesländern. Wie er mitteilte, haben bisher insgesamt 19 Familien aus den östlichen Landesteilen im Marktbereich gebaut.
Hinsichtlich der Gedenkveranstaltungen sprach er Walter Dold und seiner Ehefrau Eva einen Dank aus. Sie sind die Initiatoren für das Zustandekommen und der überaus gute Besuch zeige, dass diese angenommen werden.
Walter Dold hatte seinem Referat nicht nur wegen Luthers Thesen das Thema über die turbulente Zeit vor 500 Jahren gewidmet. Im Mittelpunkt stand der Eberner Raum, und der hochinteressante Vortrag wurde mit Bildern umrahmt.
Dold blickte zunächst auf die Ritterzeit und die Stadtgründungen zurück. Die Burgruinen Altenstein und Raueneck wurden im Bild erklärt und aus Ebern der Diebsturm, der Wehrgang, die Stadtmauer und der Grauturm. Hohe Türme waren Statussymbole. Weitere Themen waren die Veste Coburg und mit Coburg sei ein Abstecher in die Lutherzeit und in die Rentweinsdorfer Geschichte unausweichlich, sagte er.


Die Rotenhan und die Reformation

Ausführlich ging der ehemalige Lehrer auch auf die Geschichte von Bamberg ein. Ein gebürtiger Rentweinsdorfer, Anton von Rotenhan, war Bischof von Bamberg. Er liegt im Dom begraben. Zurück in der Lutherzeit sprach Dold über die drei Brüder von Rotenhan: Sebastian, Hans und Matthias. Sebastian war acht Jahre älter als Luther, hochgebildet und hoch geehrt. Als Sebastian 1532 gestorben war, schlossen sich die beiden Brüder der Reformation an.