Frensdorf will den Bau von Photovoltaikanlagen auf den Dächern in der Kläranlage und der Schule in Angriff nehmen. Investitionskosten von zusammen 170 000 Euro werden dafür anfallen, die "fremd", also über Darlehen, finanziert werden müssen. Bürgermeister Jakobus Kötzner sprach sich dafür aus. Das Jahresergebnis werde voraussichtlich besser ausfallen als erwartet, argumentierte er.
Zurückhaltender bei den Finanzen gab sich Kämmerer und Geschäftsleiter Bernd Köppl: "Es könnte gehen." Er halte jedoch die Sanierung der Kanäle für dringlicher als die Photovoltaikanlagen. Und der Untersuchungsbericht über den Zustand der Kanäle stehe noch aus.
Zuvor hatte Hubert Treml-Franz von den Regionalwerken Bamberg das Ergebnis der fachlichen Prüfung der in Frage kommenden Dachflächen vorgestellt. Nach Berechnung der Dachkonstruktionen und verschiedener Möglichkeiten präsentierte er die wirtschaftlichsten Varianten. In der Kläranlage kämen das Süddach des Anlagengebäudes und das Ost-West-Dach des Bauhofs in Betracht. Die Investitionskosten für diese Anlage bezifferte Treml-Franz mit 79 546 Euro. Rund 50 000 Kilowattstunden Strom könnten jährlich erzeugt werden. 85 Prozent davon gingen in den Eigenverbrauch, 15 Prozent könnten in das Netz eingespeist werden. Die Anlage würde sich so in elf bis zwölf Jahren rechnen.
In der Schule sei mit einer Investition von 94 736 Euro zu rechnen und einer Stromerzeugung von 63 535 Kilowattstunden pro Jahr. Davon würden 32 Prozent eigen verbraucht, 68 Prozent könnten ins Netz fließen. Allerdings müsse der Schulverband (Frensdorf-Pettstadt) seine Zustimmung geben. Manfred Drescher warf die Frage in die Runde, die dann die nachfolgende Diskussion bestimmte: "Wie schaut es mit dem Haushalt aus?" Auch Günter Diller stellte fest, dass der Etat 2018 "noch nicht in Sichtweite ist". Manfred Wurm hingegen meinte, da müsse nicht lange überlegt werden. Günstiger als in der momentanen Niedrigzinsphase "mit Darlehen für null Prozent" sei es wohl nicht mehr möglich, etwas für die Umwelt zu tun. Zudem werde der Strom nicht billiger.


Ein Schritt nach dem anderen

Peter Mai wollte lieber "einen Schritt nach dem anderen tun": Zuerst die Photovoltaik in der Kläranlage bauen, die Zustimmung des Schulverbands einholen und die Haushaltssituation klären. In diesem Sinne wurde auch beschlossen. Der Photovoltaik in der Kläranlage wurde sofort zugestimmt.
Auch zur Anlage auf der Schule gab es "ein grundsätzliches Ja". Dennoch will man sich Ende des Jahres noch einmal besprechen. Bis dahin liege das Ergebnis der Kanaluntersuchung und die Zustimmung des Schulverbandes vor. Die Ausführung könnte im kommenden Jahr erfolgen.
Lediglich Thomas Müller stimmte nicht dafür. Er hielt die Entscheidung für "einen Schnellschuss". Die Kanalsanierung werde sehr teuer und sei wichtiger als die Stromerzeugung. Außerdem monierte er, dass über das Vorhaben zu wenig aufgeklärt wurde.
Dem widersprach Bürgermeister Kötzner. Es handle sich um die Maßnahmen aus dem Energienutzungsplan der Gemeinde. Das Gremium sei daher "nicht unbedarft".