Das hat es - zumindest in Frensdorf - bisher noch nicht gegeben: Der erste Bürgermeister Jakobus Kötzner (AWL) und auch sein Stellvertreter Norbert Neundorfer sind erkrankt und konnten daher die Sitzung nicht leiten. Einen Dritten Bürgermeister gibt es in der Gemeinde aber nicht. Auf der öffentlichen Sitzung stand zwar nur ein Punkt an, dafür aber ein besonders wichtiger: Der Haushalt 2018. Geschäftsleiter Bernd Köppl schlug deshalb für die Sitzung den langgedienten Gemeinderat Guido Oppelt vor. Oppelt wurde mit Abstimmung des Gremiums die Leitung sowohl für die Sitzung des Bauausschusses als auch für die Gemeinderatssitzung übertragen.
Der Haushaltplan mit einem Gesamtvolumen von mehr als 16 Millionen war dann - in der von Köppl vorgelegten Fassung - schnell und einstimmig abgesegnet. Obwohl der diesjährige Etat große Investitionen beinhaltet, sind diese ohne Neuverschuldung möglich. Dank der stattlichen Rücklagen, so Köppl. Damit trage die konsequent sparsame und wirtschaftliche Haushaltsführung der letzten Jahre Früchte, heißt es im Vorbericht.
Mit 1,8 Millionen die höchste Summe bei den Investitionen beansprucht die Generalsanierung der Frensdorfer Schule, die auch mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden soll. Damit sei die Schulhaussanierung abgeschlossen, so dass vorerst weitere Baumaßnahmen nicht mehr zu erwarten seien.
Mit seinen Investitionen in die Infrastruktur werde Frensdorf eine attraktive Wohngemeinde bleiben und dem allgemeinen Trend der Überalterung entgegenwirken, ist sich die Verwaltung sicher.
Aber auch für die Senioren wird die Gemeinde Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten schaffen, damit sie den Lebensabend in ihrem vertrauten Umfeld verbringen können. Nahe beim Naturbadesee soll ein Generationenzentrum geschaffen werden. Noch brandneu ist die Nachricht, dass die Diakonie Bamberg-Forchheim als Bau- und Betriebsträger der Anlage zeichnen wird.
Auch für die Feuerwehren ist noch Geld vorhanden: Hilfeleistungslöschfahrzeuge können für die Wehren von Frensdorf und Herrnsdorf angeschafft werden. Im Haushalt stehen dafür zusammen 800 000 Euro zur Verfügung. Die Feuerwehr Birkach benötigt ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug und dafür den entsprechenden Stellplatz. Auch wenn über den Raum noch einmal nachgedacht werden soll - 320 000 Euro sind bereits im Haushalt eingeplant. Mit 1,8 Millionen schlagen die Erschließungen der neuen Baugebiete "Kernter Feld, Bauabschnitt 4" und "Steinachfeld" zu Buche.


Hohe Anziehungskraft

Im Verwaltungshaushalt ist die Einkommensteuerbeteiligung mit 3,3 Millionen der höchste Einnahmeposten, gefolgt von der Schlüsselzuweisung in Höhe von 1,8 Millionen. Fast gleich hoch ist die Summe, die von der Gemeinde als Kreisumlage an den Landkreis gezahlt werden muss. Der Anziehungskraft als attraktive Wohngemeinde entspricht die recht geringe Gewerbesteuer. Die Gemeinde rechnet mit Einnahmen in Höhe von 416 000 Euro.
Die Schulden der Gemeinde betrugen zum Jahresende 2017 pro Kopf der 5298 Einwohner 590 Euro. Sie sollen zum Ende des Haushaltsjahres auf 552 Euro abgebaut werden.