Es war in der Diskussionsveranstaltung "Pflege der Zukunft" viel von neuer Wertschätzung für den Pflegeberuf von politischer Seite zu hören, von dem Wunsch nach Bürokratieabbau und von mehr Stellen für den Pflegebereich war die Rede. Dagmar Schierling, die Leiterin des Juliusspital-Altenheims, hatte als Hausherrin im Hintergrund die Diskussion mitverfolgt.


Immer mehr Dokumentation

Sie kann allerdings noch ein Thema ergänzen, welches in der Diskussion nicht deutlich hervorgehoben wurde. Dass Pflegekräfte immer weniger Zeit für ihre Patienten hätten, liege auch an der Dokumentation, meint Dagmar Schierling. Jeder Handgriff in der Pflege müsse mittlerweile festgehalten werden. Diese bürokratische Pflicht in den Pflegeberufen fordere aber im Pflegealltag immer höheren Zeitaufwand, Zeit, die dann für die Menschen fehlt. Die Ganzheitlichkeit des Berufs leide darunter, bedauert Schierling.
Außerdem findet die Heimleiterin, dass gemessen am Bedarf viel zu wenige Fachkräfte ausgebildet werden. Hinzu kommt, dass Altenpfleger längst nicht mehr alleine in den Seniorenzentren oder Sozialstationen eingesetzt werden. Auch in anderen, neuen Pflegesparten sind sie gesuchtes Personal.


Weniger Bewerber

Der Leiter des Berufsbildungszentrums Münnerstadt, Harry Koch, bestätigt auf Anfrage, dass es fürs kommende Schuljahr an der Berufsfachschule für Altenpflege in Münnerstadt noch freie Plätze gibt.


Freie Ausbildungsplätze

Eine Umfrage der Schule in den Einrichtungen hat auch gezeigt, dass die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich höher liegt als die der Bewerber, so Harry Koch.