Kronach/Marienweiher  — Zahlreiche Gläubige aus dem Kreis Kronach machen sich Jahr für Jahr zur Verehrung der Gottesmutter Maria auf den Weg zum traditionellen und ältesten fränkischen Wallfahrtsort nach Marienweiher. Dabei dürfte nicht vielen bekannt sein, dass die Klosteranlage vor rund einem Jahrzehnt vom Freistaat Bayern für einen Euro zum Verkauf angeboten werden sollte. Doch die scharfe Kritik des gebürtigen Kulmbachers Wolfgang Protzner, der sogar wegen seiner deutlich-derben Wortwahl vom Finanzministerium eine Strafanzeige erhielt, und Machtworte des damals zuständigen Ministers bewirkten eine Rückbesinnung auf die freistaatliche Kultursorge.
Als sich die Wogen glätteten und die Verkaufsabsichten des Freistaates in Sachen Marienweiher keine Perspektive hatten, kam dem Kabarettisten Philipp Simon Goletz, der besser als Frankensima bekannt sein dürfte, der Gedanke, ein Benefiz-Festival ins Leben zu rufen und damit den Förderverein "Freunde der Wallfahrtsbasilika Marienweiher" zu unterstützen.
So findet nun heuer bereits zum neunten Mal in Folge am Kirchenfest Mariä Himmelfahrt, 15. August, das Freiluft-Klosterspitzen-Festival in unmittelbarer Nähe der Basilika, und zwar auf dem Parkplatz vor dem Wallfahrerhaus, statt. Auch diesmal ist es Goletz gelungen, ein kulturell buntes und unterhaltsames fränkisches Programm zusammenzustellen. Ab 18 Uhr dominieren im bekannten Wallfahrtsort Kabarett, Mundart, Lyrik und Volksmusik.
Bei einer Vorbesprechung, bei der unter anderem auch der ehemalige Nordhalbener Bürgermeister und jetzige Pilgerbüroleiter Josef Daum mit von der Partie war, sprachen die Anwesenden von einer tollen Erfolgsgeschichte, die mittlerweile zu einer Institution und einem unterhaltenden Künstlerforum geworden sei.
So ist wieder der Bürgermeisterchor des Landkreises Kulmbach dabei. Die Mundartdichter Sonja Keil und Reinhard Witzgall, die "Helmetzer Kirchbergsaiten", das Urviech Heiner aus "Bareit" und natürlich der Spiritus Rector dieses fränkischen Mundart- und Musikfestivals, der Frankensima, werden die Besucher mit neuen Reimversen erfreuen.
Erstmals ist auch Frauenpower aus dem Kulmbacher Oberland mit den "Red Lips" angesagt. Und wenn die Jungs von "Quetschen-Rock" ihre musikalischen Visitenkarte abgeben, wird das Stimmungsbarometer bis zum Schluss auf dem Maximalpegel bleiben.
Der Eintritt ist wie alle Jahre frei; Spenden werden aber vom Förderverein gerne angenommen. Wie vor allem im vergangenen Jahr festzustellen war, so gehören inzwischen auch zahlreiche Interessierte aus dem Kreis Kronach zum Zuhörer- und Zuschauerkreis.
Mehr unter www.klosterspitzen.de