Gleiche Arbeit, unterschiedliche Bezahlung: Im Landkreis Lichtenfels verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, 18 Prozent weniger als Männer. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Internationalen Frauentag am morgigen Freitag mitgeteilt.

Sie verweist hierbei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach kommen Männer mit einer Vollzeitstelle im Kreis Lichtenfels auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 2873 Euro pro Monat - Frauen hingegen nur auf 2365 Euro. In Bayern beträgt der Verdienstunterschied bei Vollzeit zwischen den Geschlechtern 17 Prozent (Männer: 3556 Euro, Frauen: 2968 Euro). Dies liege teils an niedrigeren Positionen, die Frauen häufig hätten, insbesondere aber auch an der mangelnden Zahlungsbereitschaft von Unternehmen, so die NGG Oberfranken.

Gewerkschafter Michael Grundl spricht von einer "Diskriminierung per Lohnzettel". Es könne nicht sein, dass Frauen bei der Bezahlung trotz gleicher Arbeitszeit systematisch den Kürzeren zögen. "Dabei sind es immer noch vor allem Frauen, die sich nach einem langen Arbeitstag um Familie und Haushalt kümmern - und das unbezahlt." Auch deshalb seien sie oft gezwungen, weniger zu arbeiten. So sind nach Angaben der Arbeitsagentur aktuell 81 Prozent aller Teilzeitstellen im Kreis Lichtenfels weiblich besetzt. "Gerade im Gastgewerbe und im Bäckerhandwerk ist es gang und gäbe, dass sie nur eine halbe Stelle haben - oder noch weniger", kritisiert Grundl. Allein das Gastgewerbe beschäftigt laut Arbeitsagentur im Kreis 1140 Minijobber. 860 von ihnen sind Frauen. Die Folgen seien spätestens im Rentenalter "dramatisch". "Wer über Jahrzehnte wenig verdient und etwa wegen Kindern Unterbrechungen im Erwerbsleben hat, der bekommt kaum Rentenpunkte. Das führt zu Armutsrenten, die der Staat aufstocken muss", betont er. red