Ein ganzer Saal voll bunt kostümierter Frauen. Da tummeln sich Micky-Mäuse, gackernde Hühner, Engel und Teufel, Indianerinnen und Blumenfrauen. Es wird kräftig mitgesungen, geschunkelt, gelacht und vor allem getanzt - "wie der Lump am Stecken". Zutritt zu diesem bunten Faschingstreiben haben aber nur Frauen. So stand es an der Eingangstür zu lesen, und der Marktsaal platzte fast aus allen Nähten; es herrschte eine fröhliche und ausgelassene Stimmung beim Altweiberfasching in Rentweinsdorf.

Die Idee

"Wenn man verheiratet ist und sich immer um die Kinder kümmern muss, dann kommt ein solcher Tag gerade einmal recht. Der Mann bleibt zu Hause und passt auf das Kind auf, und ich kann ungestört einmal die Sau rauslassen", schießt es aus Sarah Schmidtlein nur so heraus. Sie ist Mitglied des Sechserrates und hatte im vorigen Jahr die Idee, das bunte Faschingstreiben in Rentweinsdorf um eine Extra-Veranstaltung für Frauen zu bereichern, den Altweiberfasching. Das kam gut an, sprach sich auch bei den Frauen der ganzen Umgebung herum, so dass die Veranstalter diesmal zusätzliche Tische und Stühle beischafften, um den Andrang in die richtigen Bahnen zu lenken.

Vor allem junge Frauen waren nahezu aus der ganzen Baunach-Achse, aus den "Heiligen Ländern" und dem Oberland bis Maroldsweisach zu sehen. Sie alle erschienen kostümiert. An der Eingangstür standen zwei Security-Mitarbeiter, die auf das Schild hinwiesen: für Männer kein Zutritt. Auch das war erstmals der Fall. Sechserrat Matthias verriet den Grund:. "Es hat das letzte Mal einige Frauen gegeben, die darauf hinwiesen, dass es Altweiberfasching heißt und da haben Männer nichts zu suchen."

Anna-Lena machte deutlich, wie das unter Frauen zugeht. "Ich habe acht Stunden durchgetanzt - und das ohne Mann. Männer braucht man zum Fasching nicht." Und das ist nicht nur die Meinung von jungen Frauen.

Ilse Hager, die die 60er-Grenze schon überschritten hat, war beim ersten Altweiberfasching im vergangenen Jahr noch nicht vertreten. "Damals hatten wir noch Gesangsprobe bei der Liedertafel im Ort. Aber diesmal haben wir unsere Probe wegen des Altweiberfaschings ausfallen lassen. Ich bin eine Frohnatur, bin noch dazu im Februar geboren und tanze auch gerne. Außerdem können Frauen auch ohne Männer lustig sein."

Man versteht sich

Sarah Schmidtlein sieht darin auch eine besondere Art der Rentweinsdorfer. "Bei uns feiert Alt und Jung gerne zusammen und man versteht sich gut. Letztes Jahr wurde unsere Veranstaltung schon gut angenommen und heute haben wir mehr als das Doppelte an Gästen." Hier zeige sich, dass Rentweinsdorf inzwischen eine Faschingshochburg im Baunachtal sei. "Wir haben Büttensitzungen, Kinderfasching, den Altweiberfasching und den FC-Vereinsfasching. Bei uns ist immer etwas los."

Für Stimmung sorgte DJ Oz. Eine große Gruppe von Micky-Mäusen fiel auf; das waren Bekannte und Freundinnen aus Ebern, die sich extra für diesen Abend in das gemeinsame Outfit geworfen hatten. Plötzlich tauchte auch eine Herde von "gackernden Hühnern" aus Bramberg auf, von denen eine meinte: "Wir wollten gerade einen Hahn aufsuchen, den Rotenhan drüben, aber im Schloss war es ganz dunkel." gg