Eine Fremdsprache mit Vokabeln pauken, sie mühsam erlernen? Im Französischunterricht am Neustadter Arnoldgymnasium (AG) geht das auch anders: Das "FranceMobil" des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) ist auf Tour und machte jetzt Station in Neustadt.
Mit an Bord waren Karen Defour und Perrine Jäger, die Lektorinnen. Die jungen Französinnen begeisterten die Schüler und Lehrer in ihrer Muttersprache spielerisch und mit Spaß beim lebendigen Französischunterricht. Eine ganze Unterrichtsstunde nur in der französischen Sprache zu erleben, das machte die AG-Schüler der 8./9. Klassen neugierig und war spannend. Es war eben anders.
Und selten zeigten sich Schüler derart aufmerksam und motiviert. Sie saugten die französischen Worte wie ein nasser Schwamm auf. Das war Umgangssprache, leicht und locker serviert: "J`aime, je suis, j`ai, je m`appelle". Schnell waren "ich liebe, ich bin, ich habe, ich heiße" verstanden, auch ohne Vorkenntnisse. Und schon sprudelte es los. Dieses Eintauchen in die französische Sprache und Kultur funktionierte unkompliziert.
Die Schüler zählten auf, was sie gerne mögen, was für Instrumente sie spielen, in welchen Ländern Französisch gesprochen wird. Und sie wollten noch viel mehr über Frankreich und das Leben dort wissen, in Französisch natürlich!
"Wir sind Lektorinnen und besuchen Schulen, Kindergärten und Ausbildungsstätten", sagte die 24-jährige Karen Defour, die während ihres Studiums bereits einige Zeit in Deutschland verbrachte. "Wir möchten damit zeigten, dass Französisch lernen wirklich Spaß machen kann."
Perrine Jäger erinnerte sich noch, als sie in der Schule Deutsch lernte. "Meine zwei ersten Worte waren ,langweilig' und ,todmüde'". Das war Jägers Erinnerung an ihren Deutschunterricht. Sie wollten es anders rüberbringen, lebendiger. Also machten sie sich auf den Weg nach Deutschland und besuchen Schüler mit dem fahrenden Kulturinstitut.


Das Programm

Seit nunmehr 16 Jahren tourt das "FranceMobil" des DFJW und des Instituts Francais Deutschland mit Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung und mit einem von Renault Deutschland bereitgestellten Fahrzeug quer durch die Republik. Über eine Million Schüler an über vierzehntausend Schulen profitierten davon bereits. Das "FranceMobil"-Programm wurde 2002 von der Robert-Bosch-Stiftung und der Französischen Botschaft in Berlin ins Leben gerufen. Für das vorbildliche Engagement in der deutsch-französischen Zusammenarbeit wurde das Programm 2004 mit dem Adenauer-de-Gaulle-Preis ausgezeichnet.