"Derhamm ist es immer noch am gefährlichsten" ist das Motto der zehn Kurzkrimis, die unter dem Titel "Fränkischer Krimisommer" im Ars-Vivendi-Verlag (Cadolzburg) erschienen sind. Und so erscheint es in der Tat beim Lesen, denn von Treuchtlingen über Iphofen, Selb, den Brombachsee, Velden, Rothenburg, Erlangen bis an die frühere Grenze bei Naila - überall in Franken wird oder wurde gemordet - sogar in der Fränkischen Schweiz.
Da treffen sich Mitglieder des Fördervereins Familienschwimmbad Streitberg zum Aufräumsamstag - eine typische fränkische Situation. Eher untypisch bei ehrenamtlichen Arbeiten für Vereine: Die Freiwilligen finden in Umkleidekabine 36 einen menschlichen Schädel und Knochen.


Viehhändler verschwunden

Während die Helfer auf die Polizei warten, liefern Metzgereien aus Ebermannstadt eine Brotzeit und auch Getränke kommen aus der Stadt. Nach polizeilichen Untersuchungen stellt sich heraus, dass es sich um den vor 85 Jahren nach dem Besuch des Forchheimer Viehmarktes verschwundenen "Franz Freudlos" aus Trainmeusel handelt. Schwierig bei dieser Geschichte: Nur Einheimische können erahnen, wer die Mörderin war.
Anders sieht es bei der Geschichte aus dem Altmühltal aus, denn hier darf der Leser das Geschehen aus Sicht des Verbrechers miterleben.
Es gibt aber auch Liebesgeschichten wie zum Beispiel beim Diebstahl einer Skulptur im Fichtelgebirge. Oder eine Geschichte, bei der kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges in Rothenburg zwei Kinder getrennt werden, deren Mütter einen erschlagenen Nazi in einen brennenden Dachboden schleifen. Die beiden Kinder treffen sich im Alter dann wieder.
In Velden dagegen werden die Ermordung einer Wölfin und eines Nachbarhundes gesühnt. In Erlangen ersticht ein Brauer seinen Kumpel, weil er bemerkt, dass dieser Drogen-Bier braut, das die Besucher des Stadtstrandes süchtig macht; und letztendlich wird ein altes Verbrechen an der ehemaligen Grenze bei Naila gesühnt.
Bei diesem Buch handelt es sich um eine leichte Sommerlektüre, die im Urlaub auf Balkonien ebenso unterhaltsam ist wie am Strand. Man kann eine der Geschichten lesen und dann gleich schwimmen oder etwas anschauen gehen. Mal sind die Geschichten lustig, mal machen sie nachdenklich. Durch die verschiedenen Autoren, die alle in Franken leben, aber nicht unbedingt dort geboren sind, ist es nicht nur überraschend, was in der nächsten Geschichte geschieht, sondern auch wie es geschrieben ist. Man spürt, dass die Autoren Franken lieben. Denn die Protagonisten werden mit Augenzwinkern, aber liebevoll beschrieben.