Waischenfeld — Der Fränkische-Schweiz-Verein (FSV) plant eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge, "um den gewachsenen Anforderungen eines modernen Vereins, allgemeinen Preiserhöhungen und sinkenden Zuschüssen bei der Wanderwegpflege Herr zu werden". Das Thema stand ganz klar im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung, die wegen des 700. Stadtjubiläums in Waischenfeld stattfand.
Vorsitzender Reinhardt Glauber machte deutlich, dass der FSV seit Jahren von den Rücklagen lebe. Die seien aber bald aufgebrauchtm und daher muss jetzt gegengesteuert werden. 15 000 Euro Defizit stehen im Haushaltsergebnis für 2014, fast genauso hoch wird es für 2015 erwartet, meinte Glauber.

Hohe feste Kosten

Schuld an der misslichen Lage seien unter anderem die 3000 Euro Miete, die der Verein seit seinem Umzug nach Streitberg jährlich aufbringen muss. 8400 Euro zahlt der FSV für die beiden Wandervereine auf baye rischer und Bundesebene. Beim bayerischen Verein wurde schon eine weitere Beitragserhöhung (30 Cent pro Mitglied) angekündigt. Viel Geld wird auch für die Internetauftritte www.fsv-jugend.de und www.fsv-ev.de ausgegeben, obwohl die Pflege der Daten ehrenamtlich geschieht. Der Versand der Vereinszeitschrift per Post an rund 6000 Mitglieder viermal im Jahr schlägt ebenso finanziell stark zu Buch. Und nicht zuletzt seien die Zuschüsse für die Wegepflege von 56 000 Euro jährlich auf nur noch 16 000 Euro gesenkt worden, berichtete Glauber.
Das alles zusammengerechnet, führe zu dem großen Defizit. Die Rücklagen mit knapp 40 000 Euro sind bald ausgegeben. Was dann mit dem Verein geschehe, wenn kein Geld mehr da sei, wagte keiner der rund 60 Vereinsvorstände und Arbeitskreisleiter laut zu denken.
Glauber sprach eine Erhöhung der Beiträge um moderate zwei Euro pro Person (ermäßigt einen Euro) an, damit waren sich die meisten Mitglieder einverstanden. Einige waren sogar für eine stärkere Anhebung, damit das Geld einige Jahre reicht und nicht bald wieder eine neue Beitragserhöhung vorgenommen werden müsse.
Es gab aber auch eine Gegenstimme, die der Meinung war, das Defizit bei der Wanderwegpflege nicht den Mitgliedern aufzubürden, sondern denen, die den Nutzen daraus ziehen: Gastronomen und touristischen Einrichtungen.
Da die Beiträge heuer nicht mehr erhöht werden können, ist geplant, in der Herbstversammlung die höheren Mitgliedsbeiträge abzusegnen, die zum Januar nächsten Jahres wirksam werden könnten.

Körperschaften sollen zahlen

Von Bürgermeister Edmund Pirkelmann (BBS) kam zudem der Vorschlag, bei den korporativen Mitgliedern - meist Gemeinden und Landkreise - eine moderate, an die Einwohnerzahl gekoppelte Harmonisierung der Beiträge herbeizuführen. Die Begründung dafür: Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in fast allen Gemeinden der Fränkischen Schweiz und der FSV leiste einen großen Beitrag zur Förderung des Fremdenverkehrs.
Der Haushaltsplan für das laufende Jahr wurde mit einem Volumen von rund 97 000 Euro einstimmig angenommen. Bei den Einnahmen sind die größten Posten die Beiträge der Ortsgruppen mit rund 31 000 Euro und der korporativen Mitglieder mit rund 8000 Euro, der Zuschuss für die Wegepflege mit 16 500 Euro von der Regierung (der aber an die Ortsgruppen weitergegeben wird) und der Zuschuss des Kultusministeriums in Höhe von 5800 Euro.
Bei den Ausgaben schlagen die Vereinszeitschrift mit rund 20 000 Euro zu Buch, die Gehälter mit 8700 Euro, die Verbandsbeiträge mit mehr als 10 000 Euro und der Heimattag in Waischenfeld mit rund 3000 Euro.
Bürgermeister Pirkelmann und auch die Vorsitzende des Waischenfelder Heimat- und Verschönerungsvereins, Maria Eckert-Rossberg, warben in ihren Grußworten um die Teilnahme am 25. Heimattag der Fränkischen Schweiz, der zur 700-Jahrfeier der Stadt Waischenfeld vom 12. bis 14. Juni dort stattfindet.

Seit 58 Jahren dabei

FSV-Vorsitzender Reinhardt Glauber ehrte Walter Bogner aus Gößweinstein mit der höchsten FSV-Auszeichnung, der Ehrennadel in Gold mit Kranz. Bogner gehört seit 58 Jahren dem Gößweinsteiner Heimatverein an. 30 Jahre lang leitete er im Vorstand die Geschicke des Vereins, der als der zweitälteste Tourismusverein Bayerns gilt. Eine Tatsache die vor allem auf die Wallfahrer zurückzuführen ist, heißt es in der Chronik.
Reinhard Löwisch