Gräfenberg — Wie heizt man am günstigsten und am klimafreundlichsten in einem Haus? Um das zu erfahren, lauschten viele Bürger Christine Galsters Vortrag in der Raiffeisenbank.

Bei manchen muss eine neue Heizung rein, andere bauen gerade und brauchen grundsätzlich ein Heizungssystem. Auch der Klimaschutz soll berücksichtigt werden. Das stand im Zentrum des Vortrags über Heizen mit Wärmepumpe und Photovoltaik. Raiba-Geschäftsstellenleiter Armin Datz hatte eingeladen. Der Vortrag fand durch den Arbeitskreis Info-Offensive Klimaschutz des Landkreises in Kooperation mit der Volkshochschule statt.

Christine Galster vom Büro Energie und Klima des Landratsamtes zeigte den Energieverbrauch im Haushalt und die Preisentwicklung der verschiedenen Brennstoffe wie Öl, Gas, Holzpellets etc. "Der größte Teil des Energieverbrauchs im privaten Haushalt, nahezu acht Prozent, werden demnach für die Heizung und Warmwasserbereitung benötigt", verdeutlichte Galster.

Sie nannte die Fördermöglichkeiten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, der KfW-Bankengruppe und des Freistaats Bayern. "Reine Brauchwasserwärmepumpen werden nicht bezuschusst", sagte Galster. Für die Errichtung einer Sole-Wasser-Wärmepumpe in bestehenden Gebäuden beispielsweise betrage die Basisförderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 4000 Euro.

Wer seine bestehende Heizungsanlage weiterbetreiben, jedoch effizienter machen wolle, erhalte vom Bund beispielsweise bereits für den Einbau von Effizienzpumpen und anderen Optimierungsmaßnahmen Zuschüsse. "Wichtig ist es in jedem Fall, die Fördermittel bereits vor Auftragsvergabe bei den jeweiligen Bewilligungsstellen elektronisch zu beantragen", sagte Galster.

Energiefachmann Siegfried Brütting erläuterte dann die aktuellen Heizungstechniken, insbesondere die verschiedenen Arten von Wärmepumpen. Je höher die Jahresarbeitszahl, umso effizienter arbeite die Wärmepumpe. Eine hohe Jahresarbeitszahl lasse sich über eine Wärmepumpe mit Langzeitspeicher im Erdreich erreichen. Der Einsatz von Wärmepumpen sei in der Regel in Neubauten sowie in energetisch gut sanierten Wohngebäuden sinnvoll. Über eine eigene Photovoltaikanlage könne elektrischer Strom erzeugt werden, der auch für die Wärmepumpe einsetzbar sei. Allerdings müsse man sich beim Heizen mit Wärmepumpe bewusst sein, dass hierfür Strom, eine der teuersten Energieformen, gebraucht werde.

Es dürfe zudem nicht vergessen werden, dass ein Großteil des Stroms für den Betrieb von Wärmepumpen nicht durch erneuerbare Energien, sondern immer noch durch Kohlekraftwerke erzeugt werde - mit entsprechenden Folgen für die Umwelt und das Klima; ebenfalls negativ wirkten sich beim Strom die erheblichen Übertragungsverluste von Großkraftwerken bis hin zum Verbraucher aus.

Auch die Investitions- und Wartungskosten der Heizsysteme sowie die Betriebskosten für Strom, Öl und Pellets, umgerechnet auf den Heizwärmebedarf eines durchschnittlichen Gebäudes (auf 20 Jahre hochgerechnet), erläuterte Brütting. Jeder Hausbesitzer müsse die für ihn bestmögliche Variante wählen. "Das beste Heizsystem gibt es nicht", so das Fazit des Energieexperten.