Eckehard Kiesewetter Kreis Haßberge —  Kurz vor der Wahl greift der Freistaat Bayern in die Schatztruhe für Investitionen. Millionensummen fließen in die Städtebauförderung und in die Ortsentwicklung.

Davon profitieren laut einer Mitteilung des Landtagsabgeordneten Steffen Vogel die Gemeinden Aidhausen (1,2 Millionen für Happertshausen), Bundorf (eine Million Euro für den Ortskern), Hofheim (768 000 Euro für die Altstadt und Rügheim) sowie Riedbach (400 000 Euro für Mechenried). Die Stadt Ebern erhält aus einem Fonds für städtebauliche Sanierungsmaßnahmen und Einzelvorhaben 360 000 Euro für Sanierung und Umbau der Alten Schule in Bramberg.

Die Initiative "Innen statt Außen" soll Gemeinden beim Flächensparen helfen. Der Staat übernimmt 80 Prozent der förderfähigen Kosten (in besonders finanzschwachen Gemeinden 90 Prozent) für Projekte, mit denen Kommunen Ortskerne beleben. Das soll leer stehende Gebäude und Brachen revitalisieren, etwa durch Instandsetzung. Laut Vogel addiert sich die Unterstützung für den Kreis auf 3,7 Millionen Euro.

Ein Konzept mit Zukunft

Ein Beispiel für den wiederbelebenden Effekt der Fördermittel ist die frühere Schule in Bramberg, die seit ihrer Nutzung als Jugend-Rotkreuzhaus und später als Unterkunft für allein reisende jugendliche Migranten leer steht. Zeitweise hatte es hinein geregtet, doch vor einer Sanierung hatte die Stadt zurückgeschreckt. Erst recht, weil es keine schlüssige und finanziell tragbare Perspektive gab.

Nun soll für 400 000 Euro ein neues Nutzungskonzept ermöglicht werden, das im Obergeschoss den Umbau der früheren Schlafräume in eine Wohnung vorsieht, in der bevorzugt (staatlich gefördert) eine Asylantenfamilie untergebracht werden soll.

Der Stadtrat hatte im Frühjahr beschlossen, die Toiletten und Duschen im Obergeschoss für die Vereinsnutzung zu erhalten. Das erfuhren die Bramberger vor Monaten bei einer Bürgerversammlung. Saal und Küche im Erdgeschoss wollen die Ortsvereine unter Führung des Feuerwehrvereins als Bürgerhaus nutzen. Der Feuerwehr, die nebenan ihr Gerätehaus betreibt, wird ein eigener Raum zur Verfügung stehen.

Bestand bleibt unverändert

"Der Bestand bleibt, nur das WC im Erdgeschoss wird zum DIN-gerechten Behinderten-WC umgebaut", teilt Bürgermeister Jürgen Hennemann mit. Am Gebäude selbst werde sich fast nichts ändern, aber Dach, Fassade, Fenster und Heizung sollen saniert werden.

In die Planung sind Regierung und Städtebauförderung einbezogen. "Sollte hier noch etwas geändert werden müssen, informieren wir Ortssprecher und Vereine (Nutzer) in Bramberg", verspricht der Bürgermeister. Bestimmt dürfen die Bürger mitreden, wenn es um Detailfragen wie den Fortbestand oder die Entfernung der Holzverkleidung an der Fassade geht.