Gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Heimatkreises Braunau/Sudetenland, Günter Reichert, eröffnete der Oberbürgermeister der Stadt Forchheim, Uwe Kirschstein (SPD), die neue deutsch-tschechische Wanderausstellung "(Nicht) Gekommen, um zu bleiben" in der Forchheimer Hauptstraße.

Das besondere Lob des Repräsentanten des Heimatkreises Braunau galt der umsichtigen Kuratorin dieser neuen Ausstellung, Christina Meinusch (Würzburg), sowie der Übersetzerin der deutschen Texte in die tschechische Sprache, Helga Buhl (Forchheim). Ein großer Dank gebühre den Sponsoren: dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der Sudetendeutschen Stiftung, der Stadt und der Sparkasse Forchheim.

Schmerzhafte Erinnerungen

In seinem Grußwort sagte Kirschstein: "Als ich erstmals vom Titel der Ausstellung erfuhr, hatte ich großen Respekt vor dem Mut und der Aufrichtigkeit der Menschen des Braunauer Heimatkreises empfunden. Sie wagen es heute, trotz der sicherlich schmerzhaften Erinnerungen, den Blick auf eine Ankunft zu richten, die zwar einerseits das Ende ihrer vielfach traumatisierenden Flucht und Vertreibung markiert, gleichzeitig aber auch der Beginn von innerer Trauer und Sehnsucht nach verlorener Heimat und Identität sowie von externen Vorurteilen, Neid und Ausgrenzung war."

Vor dieser Ankunft stand jedoch der Weg aus einem bekannten Leben und Umfeld ins Ungewisse. So thematisiert die Ausstellung die Ausweisung, das Lager Halbstadt, in dem viele Braunauer Bürger übergangsweise lebten, den Transport in Güterwaggons aus der angestammten Heimat, das Durchgangslager nach der Ankunft in Westdeutschland, die Zwangseinweisung in fremde Wohnungen. Die Ausstellung (bis 23. September) gedenkt auch der Opfer des Terrors und seiner Überlebenden, die in ein neues Leben starten mussten. Dabei wurde besonderer Wert auf die authentischen Aussagen von Zeitzeugen gelegt, die zum Teil auch anwesend waren und zu Gesprächen über ihre Erinnerungen zur Verfügung standen.

Und dieser Start war nicht einfach: Alteingesessene hatten Angst vor den Flüchtlingen und Vertriebenen. Sie verstellten beispielsweise die Türen, damit ihre Häuser und Wohnungen durch diese "Sperre" von den Flüchtlingen nicht betreten werden konnten. Ein Bräutigam wurde sogar am Tag seiner Hochzeit von seinen Eltern in sein Zimmer eingesperrt, nur damit er das arme "Flüchtlingsmädchen" nicht heiraten konnte.

Aber auch die Improvisation in Notzeiten wird thematisiert: Kommunionkleider, die aus Fallschirmseide genäht wurden, da keine anderen weißen Stoffe zur Verfügung standen.

Weitere Themen sind die Gründung des Heimatkreises Braunau/Sudetenland und die Patenschaft der Stadt Forchheim über Stadt und Land Braunau.

Und dass das Thema Flucht und Vertreibung wieder aktuell diskutiert wird und solche Erfolgsgeschichten der Integration gesucht werden, zeigte sich auch an der stark besuchten Eröffnung dieser neuen Ausstellung, die am ersten Öffnungstag etwa 60 Besucher verzeichnete. Und so wurden Vertriebene zum Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Deutschland und Tschechien. red