Die kleine Kirche in Motschenbach platzte aus allen Nähten, als Florian Will als frisch geweihter Diakon seine erste Predigt hielt. "Ich wollte eigentlich schon immer Pfarrer werden", erzählte der waschechte Motschenbacher. "Ich habe in München Theologie studiert, war in Bamberg dann in einem Vorkurs."

Inzwischen hat er das Studium abgeschlossen. Am Wochenende wurde Florian Will im Bamberger Dom zum Diakon geweiht. "Es war ein wunderbares Gefühl zu sehen, wie viele Motschenbacher nach Bamberg gekommen waren. Auch die Kerwajugend, auch die Feuerwehr", sagte Will.

Florian Will absolviert derzeit in Nürnberg seine Praktikantenzeit. "Ich kann hier praktische Erfahrungen sammeln. Man braucht ein bisschen Abstand von zu Hause", erklärt er. Im nächsten Jahr, voraussichtlich zur Kerwa in Motschenbach, wird Florian Will die Priesterweihe empfangen.

Zweifel, dass er den richtigen Beruf gewählt hat, hatte Will nie. "Man denkt natürlich über vieles nach. Aber wenn ich eine Frau geheiratet hätte, hätte ich mich auch nicht gegen alle anderen entschieden, sondern für diese eine. Ich habe mich eben für den Dienst an Gott und den Menschen entschieden", so der 25-Jährige.

"Am schwersten fiel mir die Entscheidung, weil ich als Priester nicht in der Nähe von Motschenbach sein kann. Denn das ist meine Heimat", verriet Florian Will. Inzwischen ist er sich allerdings sicher, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

Die gesamte Gemeinde ist stolz auf ihren "ersten Pfarrer", auch wenn er momentan noch Diakon ist. "Das wird sicher ein Jahrtausendfest, wenn Florian Will im nächsten Jahr zum Priester geweiht wird", betonte Dekan Hans Roppelt.

Nach der Weihe zum Diakon durfte Florian Will in seiner Heimatgemeinde seine erste Predigt halten. "Es ist nicht leicht, zu Hause zu predigen, wo man alle kennt. Man möchte den Menschen ja etwas mitgeben", so Will. Der Wunsch des frisch gebackenen Diakons war, dass alle ihre Mitmenschen lieben sollten - der Grundgedanke der Caritas.