Fünf Einsatzkräfte des THW-Ortsverbands Kronach absolvierten die Atemschutz-Ausbildung. Mit dem Erwerb dieser Zusatzqualifikation dürfen sie von nun an in Einsätzen Atemschutzgeräte tragen.

Bei Einsätzen mit starker Rauchentwicklung oder anderweitigen giftigen Gasen und Dämpfen in der Luft sind Atemschutzgeräte unverzichtbar. Doch nicht jeder Helfer ist zum Tragen eines solchen Gerätes qualifiziert; sind doch Einsätze in vollausgerüsteter Atemschutzgeräte-Montur aufgrund des hohen Gewichts der Pressluftflaschen und der heißen Temperatur eine extreme Herausforderung, oftmals nahe an der Grenze der Belastbarkeit.

Max Dittmann, Nico Kremer, Denis Merz, Jonas Hofacker und als einzige Frau Angelina Merz vom THW Kronach unterzogen sich einer insgesamt 25-stündigen Ausbildung in Theorie und Praxis. Die Ausbildungen fanden teilweise im Ortsverband statt; teilweise im Gelände und im Atemschutzzentrum des Landkreises Kronach.

"Unbedingt notwendig für die Praxis ist das theoretische Hintergrundwissen", erläutert der Atemschutz-Ausbilder des THW, Frank Schuberth, der mit Unterstützung von Valentin Blumenröther die interne Weiterbildung abhielt. Im theoretischen Teil der Ausbildung erhielten diese zunächst grundlegende biologische Kenntnisse über Atmung und Atemvorgänge sowie die Wirkung von Sauerstoffmangel als auch von verschiedenen Atemgiften auf den Körper. Damit im Einsatz jeder Handgriff sitzt, wurden ihnen die Funktionsweise der Atemschutzgeräte, vor allem des Pressluftatmers, und deren Einsatzmöglichkeiten ebenso ausführlich erläutert wie das richtige Verhalten im Notfall.

Dann ging es für die Teilnehmer richtig zur Sache. Im praktischen Teil erlernten sie das Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung mit Atemschutzgerät. In Gewöhnungs- beziehungsweise Fitness-Übungen machten sie sich mit dem Klettern und schnellen Laufen, dem Überqueren von Hindernissen bei eingeschränktem Sichtfeld sowie dem Tragen des zusätzlichen Gewichts des Atemschutzgeräts vertraut. In einer größeren realitätsnahen Einsatzübung wurde in verrauchten Zimmern das Absuchen verletzter Personen, Bergen und Retten verschütteter Personen unter Atemschutz, das Absetzen von Notruf über Funk sowie das Anlegen einer Atemschutzmaske an einer verletzten Person trainiert. Weitere Ausbildungsinhalte waren die Schachtrettung und Atemschutzüberwachung, Pflege und Wartung der Geräte sowie das richtige Anlegen.

Von großer Wichtigkeit ist die richtige Vorgehensweise im Einsatz unter Atemschutz (Truppführer mit Truppmann). Hierzu besuchten und besichtigten die Teilnehmer die Atemschutzstrecke im Atemschutz- und Ausbildungszentrum (ASAZ) des Landkreises Kronach. Durchgeführt wurde die Führung von dessen Leiter, Kreisbrandinspektor Ralf Weidenhammer, mit dem das THW beziehungsweise insbesondere auch Frank Schuberth eine sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegt.

Wichtig war es Schuberth, dass die Helfer während ihrer ATG-Ausbildung auch wesentliche Kompetenzen entwickeln wie Teamgeist, Eigenverantwortung und Achtsamkeit.

Die Prüfung bestand aus einem Praxis- sowie Theorieteil, die von Max Dittmann, Nico Kremer, Denis Merz, Jonas Hofacker und Angelina Merz mit Bravour bestanden wurden. Einig waren sich diese, dass die anstrengende Ausbildung auch viel Spaß gemacht habe. hs