"Feuerwehr muss Spaß machen." Dies legt Kreisbrandinspektor (KBI) Stefan Zapf allen Feuerwehrleuten stets ans Herz. Für die Freiwillige Feuerwehr Fechheim/Aicha ist das selbstverständlich. Das bewies sie am vergangenen Freitagabend bei der Hauptversammlung im Fechheimer Kirchengemeindehaus.

Nach dem Jahresrückblick standen Ehrungen langjähriger Mitglieder für 15, 25, 40 und 50 Jahre Treue an. Dafür gab es zum Dank und als Anerkennung Urkunden und Ehrennadeln. Und Jürgen Schmidt ist nach seiner 40-jährigen Mitgliedschaft jetzt Ehrenmitglied.

Großes Arbeitspensum absolviert

Drei Einsätze erfolgten im letzten Jahr: Kommandant Florian Höhn erinnerte an die Alarmierung zu einem Silo-Brand in Oberwasungen (ein heiß gelaufener Motor hatte Holzspäne entzündet), an einen Lkw-Brand und an die Rettung eines Pferdes aus einem stillgelegten Brunnen. Ferner gab es 15 Sicherheitswachen, 34 Übungen samt Unterrichtsstunden sowie eine Gemeinschaftsübung mit der Feuerwehr Steinrod (Spittelstein/Blumenrod), die auch heuer wieder geplant sei, sagte der Kommandant. Zehn Sonntagsdienste wurden geleistet, von Erster Hilfe über Knoten und Stiche bis hin zum Löschangriff. Bei fünf Abenddiensten wurden Einzelheiten aufgefrischt und verbessert. Ferner wolle man die neu angelegten Übungswohnungen in Dörfles-Esbach für Atemschutzübungen nutzen, informierte Höhn.

Im Feuerwehrhaus wurden das Alarm-Fax eingerichtet sowie eine Inspektionssitzung und die Unterkreissitzung der Kommandanten abgehalten. Mit vier Geräteträgern wurde an einer Großübung der Firma Mäusbacher in Hassenberg teilgenommen, der Festumzug der Landjugend Fechheim stand im Programm und bei der "Löschi-Olympiade" in Meilschnitz besetzte man die Station Knoten.

Einen fiktiven Brand im Schützenhaus von Fürth am Berg bot die Feuerwehraktionswoche. Das Wasser wurde aus dem Unterflurhydranten entnommen und der Sicherheitstrupp stand bereit. Chris Höhn, Simon und Christoph Roos nahmen an der Ausbildung zum Maschinisten für Tragkraftspritzen und Löschfahrzeuge erfolgreich teil. Simon und Christoph Roos beendeten ihre modulare Truppenausbildung mit der Abschlussprüfung.

27 aktive Feuerwehrleute

Bei 71 abwechslungsreichen Tätigkeiten leistete die Wehr 838 ehrenamtliche Stunden für das Gemeinwohl. "Die gute Zusammenarbeit mit der Truppe stimmt mich optimistisch für 2020", erklärte Kommandant Höhn. Alles sei mit Bravour gemeistert worden, ebenso die Kooperation mit der FWW Neustadt. Aktuell besitze die FWW Fechheim/Aicha eine Gesamtstärke von 27 aktiven Feuerwehrleuten. Jörg Schwamm werde am Aufbaulehrgang Gruppenführer teilnehmen und auch eine Leistungsprüfung stehe auf dem Plan.

Erfolgreiche Jugendfeuerwehr

Mit acht Jugendlichen sei die Stärke der Jugendfeuerwehr gleich geblieben, informierte Jugendwart Marko Schelhorn. Zu den normalen Diensten seien zwölf zusätzliche Übungen und die erfolgreiche Teilnahme am Leistungsmarsch in Dietersdorf geleistet worden. Vier Jugendliche seien beim Wissenstest in Neustadt mit drei Gold- und einem Silberabzeichen belohnt worden. Die Jugend freue sich über neue T-Shirts und Kapuzenpullover und über die Schutzkleidung von der Stadt Neustadt. "Zum 40-Jährigen der Jugendfeuerwehr Neustadt wollen wir an der Großübung der Jugendfeuerwehren teilnehmen", gab Schelhorn bekannt. Auch stünden der Wissenstest und die Teilnahme am Jugendleistungsmarsch im Programm.

Die Stärke der Wehr weise 27 aktive Feuerwehrleute (davon zwei Ehrenmitglieder) und acht aktive Jugendfeuerwehrleute auf, erläuterte Vorsitzender Chris Höhn in seinem Bericht. Mit 49 passiven Mitgliedern sei die Gesamtmitgliederzahl auf 76 gestiegen. Beim Feuerwehr-Ehrungstag der Stadt Neustadt sei der langjährige Kassierer Wilfried Hein für 30 Jahre Ehrenamt im Feuerwehrdienst mit der goldenen Stadtmedaille geehrt worden.

Sven Großmann, Vorsitzender des Vergnügungsausschusses, berichtete detailliert über das gesellige Miteinander, das auch in diesem Jahr für Vergnügen sorgen werde. Für die Kameradschaftspflege hatte Kassierer Wilfried Hein somit auch die meisten Ausgaben gehabt.

"Ihr seid wertvoll. Ich bin beeindruckt von euren Leistungen. Vielen Dank für das Engagement, gerade im Kameradschaftlichen", sagte KBI Zapf anerkennend. Es zeige sich immer wieder, wie wichtig die Feuerwehren vor Ort sind. "Ihr seid ein wichtiger Baustein im Einsatzgebiet von Neustadt und im Landkreis. Danke für diese Zusammenarbeit."

"Privilegien für Ehrenämter"

Ferner informierte Zapf darüber, dass es im Stadtgebiet Neustadt letztes Jahr 197 Einsätze gegeben habe. Er listete 42 Brände, 84 technische Hilfeleistungen, zwölf Fehlalarmierungen, 35 Sicherheitswachen, neun ABC-Einsätze und 15 sonstige Einsätze auf. "Die Feuerwehr im Stadtgebiet hat im vergangenen Jahr 3069 Einsatzstunden geleistet, das alles ehrenamtlich und kostenlos. Das ist eine Leistung, die muss man erst einmal schaffen!" Im Vergleich zum Vorjahr hätten die Einsatzstunden um 17 Prozent zugenommen, aber die Anzahl der Einsätze um 17 Prozent abgenommen.

Zapf ging auf die Angriffe auf Einsatzkräfte deutschlandweit ein und appellierte an die Politik, diese hart zu bestrafen. "Es kann nicht sein, dass viele Ehrenamtliche Dienst am Nächsten leisten und dafür angegriffen werden." Die sicherheitsrelevanten Dienste von Feuerwehren, THW und Rettungsdiensten müssten mehr gefördert und Ehrenämter mit Privilegien ausgestattet werden. Aufgrund des gesellschaftliche Wandels des Ehrenamtes werde man im Jahr 2031 etwa 25 Prozent aller Feuerwehrdienstleistungen verlieren. "Damit müssen wir leben, aber das ist schwierig."

Nachwuchsarbeit sehr wichtig

Daher sei die Nachwuchsarbeit mit Kindern und Jugendlichen von großer Bedeutung. Zapf: "Ihr zeigt, wie es geht."

Ferner berichtete Zapf, Vegetationsbrände nähmen zu. Eine Herausforderung für die Feuerwehren in der Zukunft werde der Mitgliederstand sein. "Es gibt 7578 Feuerwehren in Bayern, davon sind nur sieben Berufsfeuerwehren. 326 000 Aktive sind da tätig, die fahren im Jahr 240 000 Einsätze. Das heißt: Alle drei Minuten rückt die Feuerwehr aus."