Vom Frühjahrskonzert über "Junge Solisten" bis hin zu den beliebten Adventskonzerten - seit vier Jahrzehnten begeistert das Kulmbacher Kammerorchester sein Publikum mit abwechslungsreichen Konzerterlebnissen. In seinem Jubiläumsjahr präsentiert das Ensemble am Sonntag, 29. April, um 17 Uhr in der Dr.-Stammberger-Halle ein ganz besonderes Festkonzert mit einem erlesenen Programm, bei dem langjährige Orchestermitglieder sowie aktuelle Schüler und Musiklehrer gemeinsam auf der Bühne stehen werden.
"Unser Kammerorchester ist seit vier Jahrzehnten ein großartiges musikalisches Aushängeschild unserer Stadt und sorgt mit seinen facettenreichen Konzerten regelmäßig für volle Säle. Ich bin mir sicher, die Zuhörer können sich auf ein glanzvolles, mit musikalischen Finessen und Höhepunkten gespicktes Konzerterlebnis freuen", so Oberbürgermeister Henry Schramm.


Kulturpreisträger

Das Orchester, das 2018 sein 40-jähriges Bestehen begeht, ist Kulturpreisträger des Landkreises Kulmbach. In der Vergangenheit hatte das Ensemble bei Konzerten meist einen Gesangs- oder Instrumentalsolisten hinzugezogen. Dieses Mal bestreitet das Kammerorchester allerdings das Konzertereignis mit klassisch-romantischen Werken alleine. Unter dem Motto "Stadt, Land, Fluss" hat das Orchester unter der bewährten Leitung von Thomas Grünke ein kurzweiliges, unterhaltsames Programm vorbereitet.
Der Komponist Friedrich Witt (1770 - 1836) war Kammermusiker in der Kapelle des Fürsten von Oettingen-Wallerstein. Sein Schaffen umfasst Sinfonien, Oratorien, Opern und auch kammermusikalische Werke. Seine "Jenaer Sinfonie" - ursprünglich wurde sie Beethoven zugeschrieben - kommt dem Ohr des Zuhörers entgegen: sie präsentiert sich in der viersätzigen Klarheit der klassischen Sinfonie, zeigt heitere, zupackende Themen, aber auch schlichte, volksliedhafte Melodien.
Vergleichbarer musikantischer Geist zeigt sich bei zwei Komponisten der Romantik: Johannes Brahms und Anton Dvoràk. Charakteristische Elemente der Volksmusik finden sich sowohl in Brahms "Ungarischem Tanz" als auch im Slawischen Tanz von Dvorak. In beiden Kompositionen wird der Zuhörer mit musikalischen Überraschungen konfrontiert: es wechseln Harmonien zwischen Moll und Dur, Stimmungen voller Melancholie mit mitreißendem Schwung.


Bekannter Walzer

Stilisierte tänzerische Musik von hohem Niveau - da darf ein weiterer Komponist aus dem südöstlichen europäischen Raum natürlich nicht fehlen: Johann Strauß. Von ihm bringt das Kammerorchester die populäre, wahrscheinlich vielen Hörern bekannte Walzerkette "Von der schönen blauen Donau" zu Gehör. Jeweils von einer Introduktion eingeleitet, reihen sich mehrere kleingliedrige Walzer aneinander, vermitteln mit ihrer fein ausschwingenden Melodik die Atmosphäre des alten Wien.
1829 reiste Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) mit einem Maler-Freund nach Schottland. Bei dieser Gelegenheit unternahmen die beiden eine Schiffsfahrt zu den inneren Hebriden, die bei dem Komponisten gewaltige Eindrücke hinterlassen und die Anregung zu seiner Komposition "Die Hebriden" gegeben hat.
Ein behaglich-ruhiges Anfangsmotiv stimmen vorerst die Violoncelli an, von einem flirrenden Klangteppich der hohen Streicher begleitet. Doch bald nimmt das Tempo - anfangs im Piano - Fahrt auf, bis es schließlich in jagende Forte-Passagen mündet, wobei pfeifende Bläsereinwürfe die Dramatik noch erhöhen.


Karten ab April

Eintrittskarten für dieses Jubiläumskonzert gibt es ab Anfang April im Vorverkauf in der Buchhandlung Friedrich, Kulmbach, Langgasse, sowie an der Abendkasse (Kinder haben freien Eintritt). red