Die Oblatenmissionare gedenken des 200. Jahrestags ihrer Gründung. "Einfach und schnörkellos" will der Orden der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria (OMI) in einem Gottesdienst am Montag, 25. Januar, um 18.30 Uhr in der Klosterkirche in Kronach feiern.
Seit 1920 gibt es das Oblatenkloster in Kronach. Am 25. Januar 1816 war im französischen Aix en Provence die Gemeinschaft der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria ins Leben gerufen worden. Gründer waren der heilige Eugen von Mazenod und einige Gleichgesinnte.
Zehn Jahre später, bei der offiziellen päpstlichen Bestätigung, erhielt die Gemeinschaft ihren heutigen Namen Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria. In Deutschland ist sie auch unter Hünfelder Oblaten oder als Oblatenmissionare bekannt.
In den ersten Jahren konzentrierte sich die Arbeit der jungen Gemeinschaft auf die religiös vernachlässigte Landbevölkerung in Südfrankreich. Ab 1841 wurden dann immer stärker Missionsaufgaben außerhalb Frankreichs angenommen. Heute findet man mehr als 3700 Oblatenmissionare in rund 70 Ländern der Erde.
Seit 1895 sind die Patres und Brüder der Gemeinschaft auch in Deutschland tätig. Gemeinsam mit Österreich und der Tschechischen Republik bildet Deutschland die mitteleuropäische Provinz der Oblaten.


Nah am Menschen

Die 127 zur Provinz gehörenden Mitbrüder arbeiten in Pfarreien und in der außerordentlichen Seelsorge. Sie begleiten Exerzitienkurse oder sind in der Jugendseelsorge und in Bildungseinrichtungen engagiert. Von Deutschland, Österreich und Tschechien aus unterstützen die Oblaten Projekte in aller Welt und helfen bei der Ausbildung von Missionaren.
Weitere 20 aus der Provinz stammende Patres und Brüder sind in Afrika sowie in Nord- und Südamerika eingesetzt. "Egal wo wir arbeiten, in der Heimat oder in der Mission, und unabhängig davon, welche Nationalität wir haben, alle Oblaten haben eines gemeinsam: Sie bemühen sich wie der heilige Eugen nah bei den Menschen zu sein", so Pater Stefan Obergfell, der Provinzial der Mitteleuropäischen Provinz, der selbst in Kronach als Rektor am Oblatenkloster einige Zeit wirkte.
Es werde keine große Feier zum Geburtstag der Gemeinschaft geben. In den einzelnen Niederlassungen würden Gottesdienste und Gebetszeiten angeboten, die die Oblaten gemeinsam mit den Menschen feiern, mit denen sie im Alltag zu tun haben. "Wir Oblaten mögen es einfach und schnörkellos, gerade so, wie der Gründer es uns in den Stammbaum geschrieben hat: Zur Ehre Gottes, zum Heil der Menschen, im Auftrag der Kirche", sagt auch Rektor Pater Werner Pieper im Oblatenkloster Kronach.


"Nachfeier" im Juni

Am Sonntag, 5. Juni, werden die Oblaten in Kronach mit Erzbischof Ludwig Schick den 200. Geburtstag "nachfeiern", auch wieder einfach und schnörkellos, aber mit viel Zeit und Gelegenheit zur Begegnung, sagt Werner Pieper und bittet Interessierte, sich den Termin schon mal vorzumerken.