Mit plakativen Worten wollten die Verantwortlichen des FC Ludwigschorgast bei der Hauptversammlung vor drei Monaten die Mitglieder wachrütteln. Bald darauf machten Gerüchte um eine mögliche Insolvenz und den Rücktritt des Vorstandteams die Runde. Fakt ist: Der Verein ist schuldenfrei und die Führungsriege ist heute noch die alte.

Vorsitzender Andreas Vogler hatte damals darauf hingewiesen, dass es immer schwieriger werde, die laufenden Kosten durch eigene Einnahmen zu decken. Der Unterhalt für Sportplätze, Turnhalle und Sportheim, steigende Energiekosten und Aufwendungen für den Sportbetrieb würden erhebliche Belastungen verursachen. Zudem seien lukrative Veranstaltungen weggebrochen, die Umsätze rückläufig, und ein Geldgeber stehe auch nicht zur Verfügung.

Die nachlassende Bereitschaft, im Verein mitzuhelfen, hatte er ebenfalls bemängelt. Nun hat der Fußballclub in einer außerordentlichen Versammlung im Sportheim eine Arbeitsgruppe gebildet. Vogler sah darin ein positives Signal. Das Gremium soll Ziele definieren und diese umsetzen.

Grundlegende Rahmenbedingungen nannte Gerald Weinrich in seinem Vortrag zum Thema "Vereinsführung". Der 52-Jährige hatte in Ludwigschorgast mit dem Fußballspielen begonnen und ist dem FC noch eng verbunden. Als Vorsitzender des TSV Neudrossenfeld und Steuerberater von Beruf ist Weinrich mit der Materie bestens vertraut. "Viele Vereine gehören zu meinem Mandantenkreis. Ich kenne die Denkweisen der Vorstände, ihre Sorgen und Nöte", sprach er aus Erfahrung.

"Ohne sportlichen Erfolg bist du uninteressant. Er ist der Antrieb von allem", betonte der Experte. Man müsse versuchen, Einnahmen zu erhöhen, um die finanzielle Situation zu verbessern. "Eine Kostenreduktion hat immer eine Reduzierung des Angebots und des Niveaus zur Folge", gab er zu bedenken.

Bei der Sponsorensuche hielt es Weinrich für wichtig, einen konkreten Betrag mit einem konkreten Anliegen in Verbindung zu bringen. Ein Verein brauche ein klares Konzept: "Was wollen wir, was machen wir, wie kommen wir dahin?"

Großer Beifall galt seinem Schlusssatz: "In der Arbeitsgruppe bin ich unterstützend mit dabei." tb