Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg erhält neue Informatik-Studienplätze, zusätzliche Stellen und finanzielle Mittel. Das hat Ministerpräsident Markus Söder verkündet. Durch Förderzusagen aus verschiedenen Programmen wird die Uni Bamberg bis 2023 ihre informatischen Fächer und ihre weiteren Forschungsschwerpunkte stärken können.

So werden in den nächsten drei Jahren weitere 388 Informatik-Studienplätze eingerichtet. Dafür werden der Universität Bamberg Stellen für zwölf Professuren zugewiesen, von denen drei schon im Laufe dieses Jahres besetzt werden.

1,7 Millionen Euro bewilligt

Außerdem stellt die bayerische Staatsregierung insgesamt 1,7 Millionen Euro an Sachmitteln zur Verfügung. "Wir verbinden bereits seit 2001 Informatik-Fächer mit Geistes-, Kultur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Die zusätzlichen Stellen und finanziellen Mittel erlauben es uns, die interdisziplinär vernetzte Informatik als Querschnittsdisziplin noch deutlicher auszubauen", erläutert Uni-Präsident Professor Godehard Ruppert.

Bayernweit werden 75 Professuren für Informatik eingeführt. Auf diese Weise werden 5000 zusätzliche Studienplätze in der Informatik ermöglicht, die Markus Söder bereits im Herbst 2019 in der Technologieoffensive "Hightech Agenda Bayern" angekündigt hatte.

Um die Forschung zu stärken, erhält die Universität Bamberg zudem Stellen für elf Professuren und 17 Stellen für weiteres Personal.

Zu dem Paket gehören auch rund 2,1 Millionen Euro Sachmittel. Im Jahr 2020 können die ersten drei Professuren besetzt werden.

Mehr Lehrkapazität

"Die mit diesen Professuren zusätzlich erzeugte Lehrkapazität eröffnet uns die Möglichkeit, an kritischen Stellen auszugleichen und unsere Forschungsschwerpunkte zu stärken", sagt Ruppert.

Vier Schwerpunkte prägen bereits das Forschungsprofil der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg: ? Digitale Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaften; ? Empirische Sozialforschung mit den Schwerpunkten Bildung und Arbeit; ? Erschließung und Erhalt von Kulturgut; ? Kultur und Gesellschaft im Mittelalter.

Darüber hinaus hat die Staatsregierung finanzielle Mittel zugesichert, um ausgelaufene Projekte der Exzellenzinitiative weiter zu fördern. Das betrifft an der Otto-Friedrich-Universität die Bamberg Graduate School of Social Sciences (BAGSS), die 2010 gegründet wurde. Der Freistaat Bayern hat die Graduiertenschule von Anfang an mit 25 Prozent der Fördermittel unterstützt, da es sich um eine Bund-Länder-Initiative handelt. Mit diesem Landesanteil wird die BAGSS weiterhin gefördert. "Wir sind ausgesprochen froh und dankbar, dass es gelungen ist, auch die Mittel für die Anschlussfinanzierung sicherzustellen", so Ruppert. "So können wir dieses exzellente Aushängeschild der Universität weiterführen."

Eine Entscheidung der Staatsregierung steht noch aus: In einem Wettbewerb wird festgelegt, wie 50 Professuren im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) auf die bayerischen Hochschulen verteilt werden. Die Universität Bamberg beteiligt sich mit einem Verbundantrag an dem Wettbewerb, der im Rahmen der "Hightech Agenda Bayern" ausgelobt wird.

"Im Falle einer Bewilligung können wir die Bereiche Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen ausbauen, in denen wir uns schon sehr lange engagieren", sagt Professor Guido Wirtz, Vizepräsident für Technologie und Innovation.

Thema Künstliche Intelligenz

Die Universität Bamberg beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit KI: Der Masterstudiengang Angewandte Informatik bietet etwa den Studienschwerpunkt Künstliche Intelligenz an. Forscher entwickeln nachvollziehbare und transparente intelligente Technologien. Sie sollen den Menschen nicht ersetzen, sondern unterstützen. Schwerpunkte der Bamberger KI-Forschung sind Bildung, Geistes- und Sozialwissenschaften.

"Investition in die Zukunft"

Mit der Hightech-Agenda stärkt die Staatsregierung bewusst "jede staatliche Hochschule mit zusätzlichen Stellen und neuen Studienplätzen im ganzen Freistaat", wie Wissenschaftsminister Bernd Sibler sagt. Die Bereiche Informatik, Digitalisierung und Technik auszubauen, sei eine "Investition in die Zukunft des Wissenschaftsstandortes Bayern", so Sibler. red