Bei herrlichem Sonnenschein machten sich 50 Reisefreunde unter der Führung des Vorsitzenden Manfred Mussmächer vom Rhönklub-Zweigvereins Garitz auf den Weg zu einer Osterbrunnenfahrt in die Fränkische Schweiz.
Der Hauptgrund für das Schmücken von Brunnen und Quellen ist wahrscheinlich in der großen Bedeutung des Wassers als lebensspendendes Element auf den wasserarmen Höhen des Fränkischen Jura zu sehen. Die Lebensnotwendigkeit von Quellen und Brunnen erzeugte ganz natürlich eine Dankbarkeit der Menschen gegenüber der Spende des Wassers, der sich in dieser Region im Brauch des Schmückens der Brunnen zu Ostern äußerte.
Wann dieser Brauch in die Fränkische Schweiz Einzug hielt, ist nicht mehr genau nachzuvollziehen. Allerdings ist bekannt, dass Aufseß 1909 und in Engelhardsberg 1914 mit dem Osterbrunnenschmücken begonnen wurde. Nach der Einführung der zentralen Wasserversorgung in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts geriet dieser Brauch fast in Vergessenheit. Erst in den späten 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die verschiedenen Brunnen wieder geschmückt, so dass im Jahr 1986 in 169 Orten insgesamt 226 Osterbrunnen geschmückt wurden.
Am Marktplatz vor dem Rathaus in Heiligenstadt konnte man den ersten Osterbrunnen bewundern. Der Brunnen mit rund 2400 zum Teil von Schulkindern handgemalten, ausgeblasenen Hühnereiern wird am Gründonnerstag geschmückt, und zählt zu den attraktivsten in der ganzen Fränkischen Schweiz. Außer diesem Brunnen finden sich noch 17 Brunnen im Gebiet von Heiligenstadt, wie in Traindorf oder Unterleinleiter, wo Fotostopps eingelegt wurden.
Entlang des Bächleins Leinleiter erreichte die Gruppe Gasselsdorf, drei kleine, aber feine Osterbrunnen gab es dort zu sehen. Den ersten Brunnen an der Leinleiter zieren Girlanden mit reichem, farbigem Eierschmuck. Besonderheit: Das Wasser fließt aus dem Steinbecken, durch einen Grünstreifen, direkt in die Leinleiter. Der Weg zum Bach wird von Girlandenbögen gerahmt. Die Büsche am Brunnen tragen ebenfalls einen bunten Ostereierschmuck. Der zweite geschmückte Brunnen steht nur wenige Schritte entfernt am Gemeindehaus. Weiter ging es nach Streitberg und zur Behringermühle, wo im Wiesengrund ein festlich geschmückter Brunnen zu bestaunen war.
In Gößweinstein konnte man zwei Osterbrunnen besichtigen, ein Osterbrunnen unterhalb der berühmten Basilika von Balthasar Neumann sowie im Kurpark des Hotels Stempferhof ist ebenfalls ein Osterbrunnen zu bewundern. Nach der Mittagspause war ein Besuch der Basilika Gößweinstein Pflicht.
Anschließend ging es nach Bieberbach. Dort kann man "den größten Osterbrunnen der Welt" bestaunen. Er hat es mit exakt 11 108 von Hand bemalten Eierschalen in das Guinnessbesuch der Rekorde geschafft. Der Bieberbacher Brunnen ist jedes Jahr ab Palmsonntag bis etwa drei Wochen nach Ostern geschmückt. Während dieser Zeit befindet sich das kleine Dorf im Ausnahmezustand wegen der tausenden Besucher. Bei diesem Weltwunder legten die Garitzer eine längere Pause ein, ehe es nach Obertrubach ging. Dort wird der Laurentbrunnen an der Pfarrkirche sowie die Trubachquelle geschmückt. Über Egloffstein ging es dann wieder zurück nach Garitz. red