Bei 34 Grad Außentemperatur gab es kurz vor den Sommerferien auch noch warme Worte von vielen Seiten im Gebäude der Grund- und Mittelschule Oerlenbach. Anlass war die Verabschiedung von vier langjährigen Lehrkräften in den Ruhestand. Sowohl Bürgermeister Franz Kuhn als auch Personalratsvorsitzender Wolfgang Wittmann würdigten deren jahrzehntelangen Einsatz für die gesamte Schulfamilie. Durch ihre fachliche Kompetenz, ihre Empathie und ein hohes Maß an Verantwortung und Einsatzbereitschaft hätten sich die vier einen guten Ruf bei Schülern, Lehrerkollegen, Schulleitung und Eltern erworben.
Werner Vierheilig arbeitete seit 1982/83 in den Jahrgangsstufen sieben bis neun stets intensiv in Richtung Quali, um seinen Schülern beste berufliche Perspektiven zu ermöglichen. Als ortsansässiger Lehrer pflegte er von Beginn an engen Elternkontakt. Die Ausbildung und Betreuung der Schülerlotsen war ihm all die Jahre ebenso ein wichtiges Anliegen wie das Erstellen und Überwachen des Sicherheitskonzepts in seiner Funktion als Sicherheitsbeauftragter.
Mit Barbara Wittmann verließ ein Fels in der Brandung das Kollegium. Gerade in den unruhigen Zeiten des Übertritts in der vierten Klasse behielt sie das nötige Augenmaß und beriet Eltern kompetent.
Birgit Wetzel unterrichtete in den letzten Jahren im Schulhaus Ebenhausen. Als Lehrerin der ersten und zweiten Klasse prägte sie ihre Schülerschaft nachhaltig. Die Schulanfänger im Schulhaus Rottershausen lagen Edeltraud Ludwig besonders am Herzen. Mit ihrer liebevollen, ruhigen Art erleichterte sie ihnen stets den Einstieg ins Schulleben.
In Anspielung auf die Fabulous Four sang der Lehrerchor zur Beatles-Melodie von Yellow Submarine "Das bedeutet nie mehr früh aufsteh'n, nicht mehr korrigier'n, bis Mitternacht fernseh'n." Wer nun auf eine lange Rede des Schulleiters wartete, in der die Verdienste der einzelnen Pensionisten gewürdigt würden, wurde enttäuscht. Wie es sich für beliebte Persönlichkeiten gehört, wurden die Fabulous Four nacheinander zum Talk auf die Promicouch gebeten. Hier erfuhren die Gäste in der Aula so einiges über ungewöhnliche Erziehungsmethoden, Vorlieben für Fußballclubs und Hobbies. Die angehenden Ruheständler erinnerten sich dabei gerne an ihre Lehrerzeit und erzählten so manche Anekdote. So waren die vergossenen Tränen eher dem Lachen als dem Weinen geschuldet.


Liebevolle Geschenke

Die Zukunft der Pensionisten nahm die Fachlehrerin Adelheid Härterich mit ihrer Glaskugel in den Blick. Dabei entdeckte sie endlos dauernde Ferien. Mit besten Wünschen hatte sie diese Zukunftsszenarien als Miniaturplastik liebevoll gestaltet und löste damit bei den Beschenkten große Freude aus.
Nicht vergessen wurde die gute Seele des Oerlenbacher Schulhauses, Irene Büttner, die nach fast 40 Jahren ihre Tätigkeit als Raumpflegerin beendete. Viele Lehrkräfte und auch er selbst seien auf dem Weg nach Hause noch für einen kurzen Schwatz bei ihr stehen geblieben, berichtete Schulleiter Ulrich Müller.
Nicht zuletzt verabschiedete sich auch das Team der Ganztagesschule mit Liedern und Tänzen, die die Eigenheiten der fünf Persönlichkeiten gut zum Ausdruck brachten. Die Leiterin der GTS, Silke Zänglein, verglich sie bildhaft mit einer Hand. Ausgestreckt hätten sie jedem Hilfe angeboten und Bereitschaft zur Teamarbeit signalisiert. Bei Bedarf hätte sich diese Hand aber auch zu einer entschlossenen Faust ballen können.
Petra Schramm