anna Lienhardt

Aufregung an einem späten Winterabend: Anfang Dezember 2016 brannte es in einem Gebäude des städtischen Schlachthofs in der Lichtenhaidestraße. Es war 23 Uhr, als die Feuerwehr eintraf und eine starke Rauchentwicklung an dem Verwaltungsgebäude des Veterinäramts feststellte - Qualm drang aus Fenstern und Türen.
Die Einsatzkräfte hatten den Brand rasch unter Kontrolle und konnten ein weiteres Ausbreiten verhindern, trotzdem wurden das Erdgeschoss und der erste Stock stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Schaden lag laut Polizei und Stadtverwaltung bei mindestens 100 000 Euro.
Bereits kurz nach dem Brand ging die Kripo Bamberg bereits davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt worden war.
Nun teilte die Pressestelle der Stadt Bamberg mit: "Die Ermittlungen wegen der Brandstiftung sind vorerst abgeschlossen." Nach umfangreichen Untersuchungen habe die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Schlachthofs erhoben. Der Mann befinde sich gegenwärtig bereits in Altersteilzeit. Die Stadt Bamberg habe umgehend reagiert, gegen den Angeschuldigten ein Disziplinarverfahren eingeleitet und Hausverbot erteilt. Sprecherin Ulrike Siebenhaar deutet an: "Der Verdacht hat sich leider erhärtet."
Vom Polizeipräsidium Oberfranken war über Anne Höfer zu erfahren, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen 62-jährigen Mann handelt. Diesem seien die Brandfahnder der Kripo durch ihre umfangreichen Ermittlungen auf die Spur gekommen.
Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage erhoben, der Fall dürfte am Amtsgericht verhandelt werden. Dieses urteilt, ob der Verdächtige schuldig ist oder nicht. Falls ja, "wird es dort keine Entscheidung geben, ob er den entstandenen Schaden zahlen muss oder ob arbeitsrechtliche Konsequenzen folgen", erläutert Matthias Bachmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. Peter Neller, Sprecher des Amtsgerichtes, erklärt weiter, dass etwa die Frage der Schadenswiedergutmachung in einem Zivilverfahren geklärt werden könnte. Sollte der Verdächtige verurteilt werden, kann es passieren, dass er für die 100 000 Euro Sachschaden aufkommen muss - sofern er Vermögenswerte besitzt. Neller erwähnt: "Eine Versicherung tritt bei Vorsatztaten nicht ein."