Manchmal hängen die Trauben zu hoch. Diese Erfahrung machten die Veranstalter des "Seubersdorfer Scheunafestivals", das in diesem Jahr bereits zum 21. Mal über die Bühne geht. "Die überregionalen Bands waren in diesem Jahr schon anderweitig verplant", erzählt Brandy Schäck aus Peesten, der der Dorfgemeinschaft bei der Auswahl der Bands alle Jahre wieder behilflich ist. Aus der Not habe man, so der Altpunker, eine Tugend gemacht und den Fokus voll und ganz auf regionale Gruppen gelegt.
Insgesamt vier Bands aus den Landkreisen Bayreuth, Kulmbach und Lichtenfels werden den Fans am Pfingstsamstag, 19. Mai, ab 20 Uhr einheizen. "Auftrittsmöglichkeiten für heimische Kapellen gibt es leider nicht mehr wie Sand am Meer", stellt Schäck ernüchtert fest, der bei der oberfränkischen Kultcombo "Euroschäck" für die punkigen Urschreie sorgt. Für ihn und die Dorfgemeinschaft war es deshalb eine Ehrensache, heimische Formationen im urigen Feuerwehrstadel auflaufen zu lassen.
Mit Stefan Hatzold aus Seubersdorf werfen oder besser gesagt blättern wir einen Blick zurück. Er hatte vor über zwei Jahrzehnten das Festival mit aus der Taufe gehoben, zu dem alljährlich 300 bis 400 Fans strömen. "Wir saßen im Feuerwehrstadl zusammen. Nach dem Vorbild des Peestener Open Airs wollten wir ein Festival auf die Beine stellen. Markus Köstner aus Kulmbach von der Formation ,Euroschäck' war es gewesen, dem in Anspielung an den örtlichen Feuerwehrstadel der Name Scheunafestival einfiel", erinnert sich der Rock'n'Roll-Fan.
2015 hatte Weismain für ein paar Stunden sogar seinen eigenen Flugplatz. Der urige Stadel im Ortsteil Seubersdorf wurde zum Start- und Landeplatz für die Stagediver aus nah und fern. Dafür hatte eine vierköpfige Hardcore-Crew vom Kulmbacher Jura namens "Cycoside" gesorgt, die die Besucher bei der Zugabe sogar ins Cockpit ließ.
Am 19. Mai können die Fans ein Wiedersehen mit ihren Idolen feiern. Im Jahre 2000 begeisterte die Kulmbacher Gruppe "Jumpin‘ Juice" die Stadel-Besucher mit intelligentem Punkrock. Gitarrist Jens Gnan, Bassist Thomas Panneck und Schlagzeuger Steffen Büttner werden auch 18 Jahre später nichts anbrennen lassen. Dem Grunge und Noise-Rock hat sich die Marktgraitzer Band "The Slingshot Argument" verschrieben, die mit Sänger Andreas Partheymüller sogar einen Tenorhornisten in der Band hat. Die Bayreuther Band "Atomic Void" dürfte vielen Fans noch vom Peestener Open Air 2015 in Erinnerung sein. Die Musiker überzeugten damals mit rustikalem Hardrock und Metal, der allen Fans ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hatte.