Sarah Stieranka

Die Deutschen sind raus und die Lichtenfelser auch - zumindest wenn es um das Public Viewing geht. Keine Leinwand mehr, keine Bänke, keine mitfiebernden Fußballfans. Nicht nur die Lichtenfelser scheint die Weltmeisterschaft - obwohl derzeit noch nicht einmal das Viertelfinale begonnen hat - kaum noch zu interessieren. Auch die Brauereien haben vor dem Großevent keine besonderen Vorkehrungen getroffen. Denn: Anders als gedacht, ist der Konsum zur WM-Zeit nicht größer. Vielmehr spielt das Wetter eine entscheidende Rolle, so Thomas Goppel, Brauereimeister von Püls-Bräu in Weismain. "Es gibt keinen WM-Faktor. Wegen der WM 2018 wird nicht mehr produziert. Wir merken das so nicht."
Dafür seien einfach zu viele Brauereien in der Umgebung, so Goppelt. "Wenn hingegen der 1. FC Nürnberg gegen den SC Weismain in Weismain um den DFB-Pokal spielen würde, solche Großereignisse würden wir dann eher einplanen."


Warmes und trockenes Wetter

Entscheidend für den Anstieg des Konsums sei das warme und trockene Wetter im Mai und Juni. Es habe dazu geführt, dass öfter mal eine Flasche Bier geöffnet wurde. Es könne natürlich sein, so Goppelt, dass einzelne Personen einen Kasten Bier mehr als üblich konsumieren weil sie Frust wegen dem WM-Desaster der Deutschen empfinden, dies sei aber eine Zahl, die auf die Produktion der Brauerei keinerlei Einfluss hätte. Ebenfalls keine Einbuße wegen dem Aus der deutschen Nationalmannschaft gab es beim Public Viewing in Lichtenfels. City-Manager Steffen Hofmann betonte zwar, dass das Public Viewing "wirtschaftlich gesehen keinen Gewinn eingebracht hatte", dies sei jedoch auch nicht der Ansporn gewesen. Denn: In Lichtenfels handelte es sich um ein nicht-kommerzielles Public Viewing - ohne Eintrittskosten.
Die Kosten wurden von zahlreichen Sponsoren gestemmt - unter anderem Concept Laser, der Sparkasse oder auch Werkzeugbau Siegfried Hofmann. "Die Sponsoring-Verträge wurden im Vorfeld abgeschlossen." Das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft habe somit keinen Einfluss auf das Finanzielle gehabt. "Wir haben Einnahmen über den Getränkeverkauf generiert. Die Getränke waren aber Fixkosten, die wir vorher einkalkuliert hatten", so Hofmann weiter.
Obwohl das Public Viewing in Lichtenfels keine finanziellen Nachteile für die Stadt hatte, wurden die Leinwände bereits abgebaut. "Wir haben nur die deutschen Spiele gezeigt." Und die haben sich immerhin bis zu 1500 Menschen an einem Abend im Kollektiv angeschaut.