von unserem Mitarbeiter Klaus Gagel

Hochstadt — Hätten Sie gewusst was "Scoping" ist? Scoping ist die Definition von Aufgaben- oder Untersuchungsumfängen in komplexen Planungs-, Management- und Herstellungsprozessen. Entsprechend komplex war auch der zentrale Tagesordnungspunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung in Hochstadt formuliert: Bei der Bauleitplanung ging es um die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Marteräcker.
Das ist ein Gebiet im Osten der Gemeinde zwischen Hochstadt, Burgstall und Wolfsloch, rechts von der Verbindungstraße Hochstadt-Burgstall. In diesem Mischgebiet beabsichtigt die Gemeinde ihren Bauhof und eine Grüngutannahmestelle unterzubringen.
Wie bei solchen vorhabenbezogenen Bebauungsplänen üblich, galt es, die Anregungen zu würdigen, die im Rahmen der Bürgerbeteiligung, des Scopings und der Planungsabstimmung mit den Nachbargemeinden vorgebracht worden waren. Zehn der angeschriebenen 30 Träger öffentlicher Belange hatten Anregungen, Hinweise und Bedenken vorgebracht. Von den fünf Nachbargemeinden gab es keine Einwände.
Es waren keine gravierenden Punkte, die die Architektengemeinschaft Brähler-Klerner in Abstimmung mit dem Bauamt aufzuarbeiten hatte.
Dem Hinweis des BN zu Lärm- und Geruchsbelästigung soll dadurch Rechnung getragen werden, dass die Grüngutsammelstelle im östlichen Bereich des Plangebiets angelegt wird (Windrichtung) und die Gebäudeausrichtung zum Baugebiet Lohgraben weist. Mit der geplanten Zufahrt von Norden soll das die Emissionen minimieren.

Wasser und Wind

Die Anregungen des Naturschutzbeauftragten Bernd Flieger zur Bepflanzung und den Ausgleichsflächen werden ebenso beachtet wie die Hinweise des Bauamts Bambergs zum Straßenbau oder die des Wasserwirtschaftsamts Kronach zum Gewässerschutz. Bei der Planung der Löschwasserversorgung und der Zufahrten wird den Anmerkungen des Kreisbrandinspektors Rechnung getragen.
Nachträglich hatte sich auch der Stromversorger Tennet TSO zu den schalltechnischen Immissionen geäußert. Entladungsgeräusche an Höchstspannungsf reileitungen treten witterungsbedingt auf. In Verbindung mit den Lärmbelästigungen durch den Bauhof, etwa beim nächtlichen Beladen von Fahrzeugen mit Streusalz im Winter, könnte das zu unzumutbaren Lärmbeeinträchtigungen führen.
Ein gefordertes "Lärmgutachten" hielt die Gemeinde unter Hinweis auf ein vorliegendes Gutachten vom Tüv Süd SÜD für nicht erforderlich.
Der Gemeinderat folgte den von der Architektengemeinschaft Brähler-Klerner ausgearbeiteten Beschlussvorschlägen. Die Verwaltung wurde beauftragt, nach Überarbeitung des Planentwurfs die öffentliche Auslegung durchzuführen. Betroffene Anlieger können sich weiter am Verfahren beteiligen.