"Wir achten schon seit langem auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit", sagt Elsbeth Oberhammer, die Leiterin des Familientreffs. "Über unseren Second-Hand-Verkauf schonen wir Ressourcen und fördern die Wiederverwendung von Kleidung, und wir veranstalten vier Mal pro Jahr eine Kleidertauschaktion."

Federführend für einen bewussten Umgang mit Menschen und Produkten zeichnet Café-Chefin Karin Müller. Die Produkte, die im Café zum Einsatz kommen, stammen bevorzugt aus regionalem Anbau und Handwerk, und die Betreiber achten auf Saisonalität. "Wir beziehen unsere Brötchen vom Handwerksbäcker vor Ort, die Wurst von einem hiesigen Metzger, und im Dezember wird man bei uns keinen Erdbeerkuchen in der Theke finden."

Karin Müller ist es wichtig, niemanden auszubeuten und nachhaltiges Gedankengut an die nächste Generation weiterzugeben. Zu wenige würden reflektieren, welche Folgen ihr eigenes Handeln habe. "Deswegen freue ich mich besonders, dass wir in unserem Café fast alle Heißgetränke ab sofort aus fairem Handel anbieten können", sagt sie.

Die Initialzündung für die Entscheidung, Fair-Trade-Produkte anzubieten, sei das Projekt "Fairer Landkreis Kulmbach" gewesen, das die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, Ingrid Flieger, im letzten Jahr in Angriff genommen hat. Für die Bewerbung um die Zertifizierung mussten mindestens acht gastronomische Betriebe im Landkreis gefunden werden, die fair gehandelte Produkte im Einsatz haben. Keine Frage für Elsbeth Oberhammer und Karin Müller, auf diesen Zug aufzuspringen. "Zwar haben wir jetzt den kleinen Wermutstropfen, dass wir beim Tee von offener Ware auf abgepackte Beutelware umsteigen mussten und somit wieder mehr Verpackungsmüll erzeugen, aber wir haben bereits mit dem Händler gesprochen und hoffen, darauf, dass wir auch den fair gehandelten Tee bald unverpackt beziehen können."

Bei den Besuchern im Familientreff kommt die Umstellung auf die fairen Produkte gut an. "Wir mussten eine kleine Preiserhöhung vornehmen, aber das war nicht durch einen höheren Materialpreis bedingt", erklärt Elsbeth Oberhammer. In die neuen Tassen, die der Kaffeelieferant bereitstelle, passe schlichtweg mehr hinein.

Gastronomische Betriebe oder auch Einzelhandelsbetriebe, die Interesse daran haben, fair gehandelte Produkte in ihr Programm aufzunehmen und sich an der Initiative "Fairer Landkreis Kulmbach" zu beteiligen, können sich bei Ingrid Flieger im Landratsamt Kulmbach melden.