Die zentrale Eröffnung der Misereor-Fastenaktion 2016 im Erzbistum Bamberg findet am Sonntag, 21. Februar, in Coburg statt. Los geht es um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst, den der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick zusammen mit dem brasilianischen Bischof Wilmar Santin in der St.-Marien-Kirche im Coburger Norden zelebrieren wird.
Um etwa 12 Uhr ist ein Fastenessen im Pfarr- und Dekanatszentrum St. Augustin am Coburger Hofgarten geplant. Bei einer Podiumsdiskussion und bei Musik sowie verschiedenen Informationsangeboten können die Teilnehmer sich intensiv mit dem Motto "Das Recht ströme wie Wasser" auseinandersetzen. Ein Bus-Shuttleservice wird die Gemeinden St. Marien und St. Augustin an diesem Sonntag verbinden. Misereor rückt bei diesem Thema das Land Brasilien in den Mittelpunkt. "Brasilien ist ein aufstrebendes und zugleich krisengeschütteltes Land, mit großem Reichtum und vielen armen Menschen", heißt es in einem Aufruf von Erzbischof Ludwig Schick zur Fastenaktion dieses Jahres. "Die Rechte auf Wohnen, auf wirtschaftliche, soziale und kulturelle Mitbestimmung werden vielfach missachtet." In ganz Brasilien seien der Zugang zu frischem Wasser und die sanitäre Grundversorgung ein großes Problem, so der Bamberger Oberhirte. Und noch eines: "Oft müssen sie sich gegen Projekte wehren, die den indigenen Völkern die Lebensgrundlage entziehen."


Coburgs Beziehungen zu Brasilien

Die römisch-katholische Kirche hat Coburg mit Bedacht als Ort für die zentrale Eröffnung im Erzbistum Bamberg ausgewählt. Es gebe einmal historische Beziehungen nach Brasilien durch das Herzogshaus Coburg sowie einen deutsch-brasilianischen Verein. Und durch das jährlich stattfindende Sambafestival habe die Coburger Bevölkerung über Jahrzehnte hinweg eine große Begeisterung für das Land in Südamerika entwickelt, die es sonst wohl in dieser Form nirgendwo im Erzbistum Bamberg gebe, vermuten Dekan Roland Huth, Pastoralreferent Sebastian König, Dekanatsratsvorsitzende Maria Kollo und Stephan Renczes von der Katholischen Erwachsenenbildung im Pressegespräch.
Auch sind drei Talkrunden geplant. Einmal geht es um das Thema "Brücken zwischen Ländern und Kirchen", dann wird die Frage gestellt: "Brasilien - was geht uns das an?" Und schließlich geht es um das Thema "Wasser und Menschenrechte". Gesprächspartner sind unter anderen der brasilianische Bischof Frei Wilmar Santin, andere Geistliche und Ordensleute, die in Brasilien tätig sind, oder auch das deutsch-englisch-brasilianische Ehepaar Rolf und Nini Beyersdorf aus Coburg, bedeutende Protagonisten des Coburger Sambafestivals.
Neben den Informationsständen verschiedener Gruppen wird in St. Augustin die Wanderausstellung "Wasser ist Leben" gezeigt. Eine andere Ausstellung öffnet bereits am Dienstag, 16. Februar, ihre Pforten im Dekanats- und Pfarrzentrum St. Augustin: "99 Karikaturen zu Klima, Konsum und anderen Katastrophen". mako