Unter dem Motto "Gemeinsam mehr erreichen" fand in St. Ulrich in Tirol das erste europäische Treffen deutschsprachiger Bürgermeisterinnen statt. Oberfranken wurde von Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) vertreten, die begeistert meint: "Das war wirklich schön und informativ. Und ich möchte einige Ideen auch umsetzen."

Für Bayern organisierte Cornelia Hesse vom Bayerischen Gemeindetag das Treffen. Insgesamt kamen 75 Bürgermeisterinnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Südtirol und Luxemburg zusammen, um über die Strategien in den einzelnen Ländern zu sprechen und Lösungen zu fördern. Seit 2007 treffen sich österreichische Bürgermeisterinnen zum Austausch, zu Vorträgen und Workshops. In diesem Jahr waren auch aus anderen Ländern Kolleginnen eingeladen worden. "Der Zusammenhalt war super und das Verhältnis zueinander sehr herzlich", erzählt Meyer.

"Schon die kleinsten Gemeinden in Österreich haben eine Europafahne vor der Tür. Und die Kommunen gehen in die Schulen und erklären, warum Europa für alle wichtig ist. Außerdem gibt es in den Gemeinderäten Kontaktpersonen für Europa", zählt die fränkische Bürgermeisterin auf und berichtet, dass sie den Eindruck hatte, dass weiter im Süden der Bezug zu Europa ein anderer sei.

Beeindruckt war Meyer auch vom Ideensalon zu aktuellen Projekten, Fragen und Anliegen in den Gemeinden, in dem die Frage gestellt worden war: "Für welches meiner Anliegen möchte ich die kollektive Intelligenz nutzen?" Meyer erzählt, dass zum Beispiel über den Umgang von medialen Angriffen diskutiert wurde. "Es wurden Statistiken gezeigt, dass weibliche Bürgermeister mehr angegangen werden. Und wir diskutierten darüber, wie wir unsere Familien hierbei schützen können."

Es sei aber auch um Personalfluktuation und die Motivation von Mitarbeitern gegangen. "Wie bekomme ich Personal und wie kann ich es begeistern, wenn notwendige Umstrukturierungsmaßnahmen nötig sind", so Christiane Meyer. Und sie erkannte, dass nicht nur in Franken Mitarbeiter von einer Kommune in die andere wechseln oder Mitarbeiter mit ihrer Chefin unzufrieden sind: "Wir haben uns darüber unterhalten, dass Kommunen enger zusammenarbeiten und Mitarbeitern erlauben sollten, eine Zeit lang mal in einer anderen Gemeinde zu arbeiten. Denn Verwaltungen müssen als Arbeitgeber attraktiver werden."

"Auch das Thema Tourismus war interessant, denn auch in Österreich gibt es Gegenden, in denen der keine Rolle spielt", so Meyer. Für sich hat sie mitgenommen, geduldiger zu sein. In Ebermannstadt will sie mehr für Europa tun. Zum Beispiel soll in Schulen erklärt werden, warum Europa auch für Ebermannstadt wichtig ist. Auch das Thema junge Menschen und Frauen in der Politik liegt ihr am Herzen. Und die Gesundheit von Gemeinde und Verwaltung. "Mir gefällt auch, dass eine österreichische Kommune mit ihren Neubürgern einmal im Jahr die Grenzen der Kommune abläuft. Mal sehen, was man da machen kann", sagt Meyer und lächelt.