Bernhard Panzer Es ist das erste Event auf dem neu gestalteten Nürnberger-Tor-Platz. Das kleine Areal, das von der Stadt umgestaltet worden ist und auch gastronomisch genutzt wird, bietet sich regelrecht an für Kulturelles. Das meint Thomas Raab, der Betreiber des gegenüberliegenden Cafés "Espressovita", und kündigt für den morgigen Samstag Livemusik an.

Rudi Hupka alias Rudi Live wird auftreten. Der Herzogenauracher bringt seine Gitarre mit und singt aus seinem reichhaltigen Repertoire, das inzwischen schon an die tausend Lieder umfasst. Hupka singt alles, was gefällt, wie er sagt. Vier Jahrzehnte mache er das nun schon und sei in ganz Deutschland unterwegs. Dem Publikum aus Herzogenaurach und Umgebung ist er als früherer Wirt des "Klimperkasten" bekannt. Fast drei Jahrzehnte führte er die Erlanger Musikkneipe.

"Wir wollen die kulturelle Szene beleben", sagt Gastronom Raab. Außerdem habe ein kleines Café immer die besten Möglichkeiten, die Kleinkunst zu fördern. Raab möchte auch Musikern die Gelegenheit geben, sich zu präsentieren.

Letzteres muss er bei "Rudi Live" freilich nicht, er ist bekannt genug. Und auch sein erster Auftritt im "Esso" sei ein Erfolg gewesen. Das war an einem Freitag im Frühjahr und habe ihm richtig Spaß gemacht, wie er sagt. Jetzt gehe man nach draußen und hoffe auf ein richtiges schönes kleines Event. Das man dann durchaus auch wiederholen könnte und möchte.

Rathaus begrüßt das Ansinnen

Im Rathaus steht man dieser Form der kulturellen Belebung der Innenstadt durchaus positiv gegenüber. Raab habe gesagt, er wolle das mal ausprobieren mit Live-Musik auf dem neuen Plätzchen. "Wir begrüßen das", sagt Gerd Lorenz, der Leiter des Ordnungsamts. Man habe keinerlei Problem, das zu genehmigen, und man sei auch bereit, die bis 22 Uhr reichende Ausschankgenehmigung um eine halbe Stunde zu verlängern. Wenn's ein Erfolg wird, könnte das auch öfters stattfinden, meinte Lorenz. Beginn ist um 18 Uhr.

Rudi Hupka freut sich richtig darauf - auf das Event und auf das Publikum. Fast drei Jahrzehnte lang hat er im Klimperkasten bis 2015 gespielt und gesungen. Klassiker von den 50er Jahren bis heute umfasst sein Schatz an Liedern. "Ich sage immer zu den Leuten, ich spiele alles außer Volksmusik, Klassik und Techno", beschreibt er sich in seiner Vita. Ob sanfte Balladen oder Rocksongs, Deutschrock oder österreichische Ohrwürmer von Ambros bis STS - der 56-Jährige geht auch auf die Wünsche des Publikums ein.

Brunch im Ratskeller

Ähnliches gibt's tags darauf auf der Terrasse des Ratskellers zu hören. Am Sonntagvormittag folgt nämlich der letzte musikalische Brunch für lange Zeit. Denn ab Spätherbst wird das Lokal schließen, weil dann das Rathaus und Schloss und damit auch der Ratskeller zur Großbaustelle werden. Für mindestens vier Jahre.

Zum letzten Brunch spielt die Herzogenauracher Band namens "RCR". Dahinter verbergen sich drei Musiker aus der Musikinitiative, die schon viele Jahrzehnte aktiv sind. Hinter dem Bandnamen stecken die Namenskürzel: Ralf, Crazy und Rudi.

Und was spielen sie? Lieder zum Zuhören und Mitsingen, zum Fingerschnippen und Freuen - es ist ihr ureigener "Hockrock", wie sie ihr Programm selbst bezeichnen. Weil sie im Hocken rocken.