Anlässlich des Reformationsjubiläums im vergangenen Jahr entstand die Idee, eine gemeinsame Fahrt der katholischen Kirchengemeinde St. Martin und der evangelisch-lutherischen Gemeinde St. Johannis von Forchheim nach Rom zu veranstalten. Anfang September starteten nach gründlicher Planung 37 Teilnehmer mit den beiden Seelsorgern Pfarrer Martin Emge und Pfarrer Enno Weidt mit dem Flugzeug ab München zu der einwöchigen Reise in die Ewige Stadt.

Rom ist als weltkirchliche Zentrale Pilgerziel für katholische Christen und gleichzeitig für evangelische Christen eine Reise auf den Spuren Martin Luthers. Begleitet von einer Stadtführerin erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über das antike Rom mit dem Besuch des Forum Romanum, des Kolosseums und anderer bedeutender Stätten. In die Anfänge des Christentums führte ein Besuch der Sebastian-Katakomben.

Papstaudienz

Einer der Höhepunkte war die Papstaudienz auf dem Petersplatz. Ein Besuch des Petersdoms mit der Sixtinischen Kapelle und den vatikanischen Museen durfte nicht fehlen. Bei einem Treffen im Ökumenereferat erfuhren die Teilnehmer den aktuellen Stand der Ökumene aus katholischer Sicht.

Die Hauptkirchen Roms mit beeindruckenden Skulpturen und Gemälden von Michelangelo und Bernini sowie von Raffael und weiteren bedeutenden Künstlern ließen die Gruppe staunen. Gemeinsame Gottesdienste und Andachten in verschiedenen katholischen Kirchen gehörten zu der Pilgerreise dazu. Ein weiteres Zeichen für die Ökumene setzte ein Besuch in der evangelisch-lutherischen Christuskirche, die bereits von drei Päpsten besucht worden ist. Ein Ausflug in die Albaner Berge und zur Sommerresidenz der Päpste, Castel Gandolfo, war ein weiterer Höhepunkt der Reise. Der Besuch bei neuen geistlichen Gemeinschaften, der Fokularbewegung, Sant' Egidio und der Schönstattbewegung informierte über die Ziele der Gemeinschaften, wie christlicher Glaube und Leben im Alltag gestaltet wird. Nach einer Woche voll mit Eindrücken und Erlebnissen, mancher Ernüchterung über die verschiedenen Glaubenspraktiken und Denkweisen neigte sich die Reise dem Ende zu.

Die Fahrt hat durch umfangreiche Informationen, den regen Austausch untereinander und das gemeinsame Gebet das Fundament des Glaubens gestärkt. Das vertrauensvolle Miteinander in der Pilgergruppe war ermutigend. Obwohl die Unterschiede in den Konfessionen deutlich wurden, darf die Premiere der Forchheimer ökumenischen Romwallfahrt durchaus als gelungen bezeichnet werden. Gerhard Egermaier