Nachdem der Winter 2017/2018 in den Monaten Dezember bis Februar relativ mild ausgefallen war, sorgte in den vergangenen Wochen Polarluft aus dem Norden für eine ungewöhnlich lange Kälteperiode. Gefrorene Böden und Schnee auf den Beeten waren die Folge. Doch ein Ende scheint nun in Sicht: Die trübe Nebelwand weicht strahlend blauem Himmel, und die Sonnenstrahlen locken, verbunden mit steigenden Temperaturen, in den heimischen Garten. Die Vorfreude der Hobbygärtner auf eine schmackhafte Ernte ist groß. Deshalb werden Samen behutsam gesät und Stecklinge mit Vorsicht vorbereitet.
Wie laut Landratsamt Haßberge bekannt ist, beginnt der Erfolg einer Sache immer an der Basis, so auch bei der Kultivierung von Pflanzen. Neben Pflege, Wasser und Wetter spielt die Nährstoffversorgung eine tragende Rolle. Handelsübliche Dünger versprechen hier dem Nutzer kräftige Pflanzen und maximale Erträge. Auf eine individuelle Beratung wird dabei aber getreu dem Motto "Viel hilft viel" verzichtet. Überdüngung und Krankheiten der Pflanzen sind oftmals die Folge.
Dabei sollten sich nicht nur diejenigen mit einem "grünen Daumen" diese Frage stellen: Wie ist die Bodenbeschaffenheit im Garten? Muss gekalkt werden? Ist der Boden ausreichend mit Nährstoffen versorgt? Sollte vielleicht im Interesse eines gesunden Bodenlebens auf Düngung ganz verzichtet werden?


Präzise Informationen

Antworten auf all diese Fragen erhält derjenige, der seinen Boden untersuchen lässt, teilte das Landratsamt mit. Bei Hobbygärtnern sehr beliebt ist da der Düngepass des Landkreises Haßberge, der seit vielen Jahren vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Haßberge herausgegeben wird. Dieser informiert präzise über den aktuellen Zustand des Bodens, spricht individuelle Dünge-Empfehlungen aus und gibt Hinweise, zu welchen Zwecken Kompost sinnvoll eingesetzt werden kann.
Die in den vergangenen Jahren untersuchten Bodenproben wurden statistisch ausgewertet. Die Bilanz ist den Angaben zufolge aufschlussreich: Weit über 90 Prozent der Böden sind mit Phosphat überversorgt. Dies führt zu gestörten, unnatürlichen Lebensbedingungen für diejenigen Mikroorganismen, die in Komposthaufen zu Abertausenden mithelfen, organische Abfälle in Nährstoffe umzuwandeln. Die Folgen sind Ertragseinbußen und Grundwasserbelastung. Sind Gartenböden erst einmal mit Nährstoffen überfrachtet, können sie sich nur erholen, wenn über mehrere Wachstumsperioden hinweg auf Volldünger wie Kompost, Kunstdünger oder Mist verzichtet wird.
Doch wie verhält es sich mit dem eigenen Beet? Um darüber Kenntnisse zu erlangen, muss der Boden vor der Düngung getestet werden. Und hierzu haben die Gartenbesitzer im Landkreis Haßberge bis Samstag, 14. April, die außerordentliche Gelegenheit zur kostenlosen Untersuchung von Bodenproben.


Empfehlungen für das Gartenjahr

So wird es gemacht: Man zieht eine möglichst trockene Bodenprobe und füllt etwa 500 Gramm in einen Gefrierbeutel ab. Alternativ kann man einen entsprechenden Beutel im Vorfeld am gemeindlichen Wertstoffhof beziehen. Anschließend versieht man ihn mit seinem Namen und der vollständigen Adresse und gibt ihn auf dem Wertstoffhof ab. Über die Post erhält man nach ungefähr zwei bis drei Wochen einen Düngepass. In diesem sind die Untersuchungsergebnisse vermerkt. Außerdem enthält der Pass Dünge-Empfehlungen für das kommende Gartenjahr, die auf die ganz persönliche Nährstoffsituation maßgeschneidert sind.


Kreisfachberatung gibt Auskunft

Die Bodenproben werden in einem fachkundigen Labor untersucht, versichert die Behörde. Wer bereits über einen Düngepass verfügt, sollte diesen den Bodenproben beilegen. Denn besonders aufschlussreich wird es dann, wenn man beobachtet, wie durch besonnene Düngung der übermäßigen Nährstoffanreicherung entgegengewirkt wird. Bei weiteren Fragen steht die Kreisfachberatung für Gartenbau- und Landespflege gerne zur Verfügung. Sie ist unter der Telefonnummer 09521/942621 in Haßfurt erreichbar. red