Das Kreiserntedankfest findet am Sonntag, 6. Oktober, um 10 Uhr in der Morizkirche in Coburg statt. Der Bayerische Bauernverband lädt dazu ein, verbunden mit einigen Gedanken zur vergangenen Vegetationsperiode.

Erntedank sei für die Landwirte einerseits ein Fest des Dankes für die zurückliegende Ernte, aber auch ein Rückblick auf das abgelaufene Jahr, heißt es in einer Pressemitteilung. 2019 sei das zweite Dürrejahr in Folge. Die Auswirkungen dieser trockenen Jahre 2018 und 2019 seien zum Teil für die landwirtschaftlichen Betriebe des Coburger Landes existenzbedrohend. Die Erträge seien in beiden Jahren unterdurchschnittlich gewesen, aber die Preise hätten sich nicht entsprechend nach oben entwickelt.

Den Landwirten mache jedoch nicht nur die wirtschaftliche und klimatische Entwicklung Kopfzerbrechen, sondern auch die gesellschaftliche. Im Frühjahr 2019 sei anlässlich des Volksbegehrens zum Schutz der Insekten "der Landwirt zum Sündenbock auserkoren" worden. Dabei hätten seit 1990 57 Prozent der Höfe in Deutschland aufgegeben - zerrieben vom Handel durch Niedrigpreise und der Politik durch Bürokratie, vom Verbraucher, der Höchstleistungen von ihnen erwarte - und das zu den niedrigsten Preisen. Der Rest der übrig gebliebenen Landwirte stehe an der Wand "und viele unserer jungen, gut ausgebildeten Landwirte wollen nicht mehr. Sie fühlen sich von der Gesellschaft geächtet und von der Politik verlassen", heißt es weiter. Das Frühjahr sei noch sehr vielversprechend gewesen, heißt es in der Rückschau auf 2019. Viele Bestände außer Raps standen recht ordentlich, und zunächst kamen die nötigen Niederschläge. Dies änderte sich in den Monaten Mai und Juni. Die Niederschläge nahmen ab, wurden immer weniger und es kam zu einer weiteren Trockenperiode. Die Ernteerträge lagen weit unter dem Durchschnitt und auch der Futterbau, vor allem auf dem Grünland, hatte erhebliche Ertragseinbußen. Und weiter: "Der einzige Vorteil, den wir hatten, war die verhältnismäßig leichte Ernte. Das Getreide konnte trocken eingefahren werden." red