Der 9. November ist in Deutschland für immer mit der Reichspogromnacht im Jahr 1938 verbunden. Das nationalsozialistische Regime organisierte eine Vielzahl von Gewaltmaßnahmen gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger und gegen Synagogen. Die Kronacher Juden hatten ihre Synagoge im Februar 1938 an die Stadt Kronach verkauft, weshalb diese von den Zerstörungen verschont wurde. Heute ist die (ehemalige) Kronacher Synagoge ein steinernes Zeugnis der seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesenen Existenz jüdischen Lebens in Kronach.

2019: Juden in Deutschland werden beleidigt, bespuckt, attackiert - wegen ihres Glaubens. Allein von Januar bis Juni 2019 verzeichnet das Bundeskriminalamt 442 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund. Zuletzt der versuchte Massenmord in Halle durch einen deutschen Rechtsextremisten.

Der Aktionskreis Kronacher Synagoge lädt die gesamte Bevölkerung für 9. November um 19.30 Uhr zur (ehemaligen) Kronacher Synagoge zu einer Gedenkveranstaltung ein. Mitwirken werden Dekanin Dorothea Richter und Pastoralreferentin Brigitta Staufer. Musikalisch umrahmen wird diese Veranstaltung der evangelische Posaunenchor unter Leitung von Dekanatskantor Marius Popp.

Anschließend soll es einen Schweigemarsch zum Kronacher Marienplatz geben. Das Mitführen von Kerzen auf diesem Schweigemarsch ist gerne erwünscht. Am Marienplatz wird eine Gedenkminute an diesen schlimmen Anschlag in Halle stattfinden. rg