"In der Tat, gemessen am Grad der Belastung, hielt sich die Teilnehmerzahl von 52 Bürger bei uns in Forchheim, arg in Grenzen", schreibt Otwin Schneider, Sprecher der Bürgerinitiative Forchheim-Nord, in einer Pressemitteilung zur Lärmaktionsplanung. "Die Neubautrasse mitten durch unsere Heimatstadt wird auf vier Gleise zur Hochgeschwindigkeitstrasse ausgebaut auf der Personenzüge mit 230 und Güterzüge mit 160 Kilometern pro Stunde fahren werden."
2020, nach Fertigstellung der Trasse, fahren in 24 Stunden knapp 300 Züge und es sind über 5000 Bürger vom Schienenlärm betroffen. Die Güterzüge vorzugsweise nachts. Von den über 5000 vom Schienenlärm-Betroffenen haben bei der ersten Umfrage nur 52 Bürger ihre Betroffenheit angemeldet.
Otwin Schneider fürchtet, die Deutsche Bahn wird auf Grund der niedrigen Erhebungen in Zukunft Ansprüche auf Lärmschutz an der Trasse für Forchheim als unbegründet ablehnen.
"In Anbetracht der Informations- und Beteiligungswege kann dieses Ergebnis ja nicht wirklich überraschen", findet Schneider.


Internet als Voraussetzung

"Mal ganz abgesehen davon, dass auch in dieser digitalen Welt nicht davon ausgegangen werden kann und darf, dass jeder Internet hat und dass denen ohne Anschluss nur eine Bürgerinitiative und keine Verwaltung Hilfe anbietet - selbst virtuell ist der Weg zum Fragebogen, sei es zum Herunterladen oder gleich zum Ausfüllen am Rechner, viel zu umständlich und benutzerunfreundlich", betont Schneider.
Aus den unübersichtlichen Tabellen, in denen die Lärmkartierungsergebnisse und die zwölf Antworten aus der Umfrage dargestellt werden, und aus den Karten Rückschlüsse auf die Lärmsituation in seiner Umgebung ziehen zu können, ist, so findet Schneider, viel verlangt. "Wer Öffentlichkeitsbeteiligung wirklich will, muss dafür Wege wählen, die für den Bürger keine Hürde darstellen", resümiert der Sprecher der Bürgerinitiative. red