A m 20. Mai war man besser nicht mit dem Auto zwischen Pfändhausen und Aschach unterwegs. Denn eine gut 40 Wagen starke Kolonne transportierte eine Mannschaft und ihre Fans von ihrem letzten Saisonspiel ins heimische
Sportheim. Mit einem lockeren 5:0 und obendrein der Meisterschaft in der Gruppe 2 der B-Klasse im Gepäck fuhren Spieler und Anhänger der Spielgemeinschaft aus Bad Bocklet und Aschach hupend und feiernd zum Gelände des TSV Aschach und ließen es im Anschluss richtig krachen.


Direkter Wiederaufstieg

Eine starke, ausgeglichene Gruppe hatte die SG, die im Vorjahr als Viertletzter unglücklich aus der A-Klasse absteigen musste, erwartet. Das bewahrheitete sich auch, denn die Meisterschaft blieb bis zum Ende spannend. "Spielerisch gesehen waren dann auch einige Mannschaften etwas besser als wir", musste Spielertrainer Carsten Ulrich zugeben. "Wollbach zum Beispiel, oder auch Winkels, die mehr Punkte hätten holen können." Dennoch gab es zumindest für die Mannschaft von Anfang an nur ein Ziel, und das lautete: direkter Wiederaufstieg. Abteilungsleiter Thomas Kraus war da etwas skeptischer: "Ich persönlich habe das nicht von Anfang an als selbstverständlich angesehen, aber die Jungs haben mich eines besseren belehrt."
Als Erfolgsrezept, da sind sich beide einig, gilt bei der SG vor allem der starke Teamgeist. "Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft war definitiv der entscheidende Faktor, außerdem haben wir uns nach schlechteren Spielen nie verrückt machen lassen und sind immer konzentriert geblieben", lobte Kraus, und Ulrich stieß ins gleiche Horn: "Wir sind eine eingeschworene Truppe, hatten das ganze Jahr über eine hohe Trainingsbeteiligung und jeder hat die Sache ernst genommen. Dafür haben wir uns mit dem ersten Platz belohnt."


Zwei große Stärken

Die zweite große Stärke des Teams aus Bocklet und Aschach lag in der Erfahrung und Abgeklärtheit, denn auch die älteren Spieler zogen voll mit. "Der Torwart und der Libero sind zusammen 90, die alten Hasen haben das schon gerichtet", scherzte ebenjener Schlussmann Thomas Kraus.
Auch von einem kurzen Durchhänger in der Mitte der Saison, der sogar in einer Niederlage beim damaligen Tabellenletzten Euerdorf gipfelte, ließ
sich der spätere Meister nicht beirren. "Wir haben danach eine starke Trotzreaktion gezeigt", erinnerte sich Thomas Kraus. Und auch Carsten Ulrich spricht von einem Knackpunkt der Saison: "Da waren alle schon beim Aufwärmen heiß. Man hat richtig gemerkt, dass der Schalter umgelegt wurde. Wir konnten dann direkt die ersten drei Chancen verwerten, danach war es natürlich wesentlich leichter." Gemeint war damit der fulminante Auftritt beim überzeugenden 5:0-Sieg über die zweite Mannschaft der DJK Salz, die ihrerseits beim Kampf um die Meisterschaft bis zum Schluss ein Wörtchen mitzureden hatte, mit dem man sich gleichzeitig für die Niederlage im Hinspiel revanchierte.


Die treuen Fans sind immer dabei

Während in der Hinrunde noch nicht alles glattlief, denn einige Siege bedurften Fortunas gütiger Mithilfe, startete die SG nach dem 16. Spieltag und zwei Niederlagen in Folge eine Serie und blieb den gesamten Rest der Saison ungeschlagen. Das war auch den treuen Fans zuzuschreiben, von denen sogar auswärts regelmäßig bis zu 80 anwesend waren und ihre Mannschaft unterstützten.


Klassenerhalt als Minimalziel

Das werden sie hoffentlich auch mehrere Saisons in der A-Klasse tun können, denn das Minimalziel Klassenerhalt sehen die Verantwortlichen als mehr als machbar an. Abgänge wird es keine geben, auch Jan Blasek, mit 29 Treffern Torschützenkönig der vergangenen Saison, bleibt der SG erhalten. "Die Kaderplanung ist soweit abgeschlossen, wir haben noch zwei Jugendspieler, die wir langsam an die erste Mannschaft heranführen wollen, beide können aber noch in der A-Jugend spielen", verrät Thomas Kraus. Zwei Neuzugänge, darunter Torwart Markus Werner, der beim SV Rödelmaier schon höherklassig Erfahrung sammeln konnte und nun zu seinem Heimatverein zurückkehrt, verstärken in Zukunft den Kader. Zudem wird am Passantrag für einen Spieler aus Gambia gearbeitet, der schnellstmöglich in die Mannschaft integriert werden soll. Carsten Ulrich, der auch in der kommenden Spielzeit als Spielertrainer fungieren wird, blickt positiv in die Zukunft: "Wenn die Jungs weiterhin konzentriert bleiben und wir uns gemeinsam spielerische Fortschritte erarbeiten, bin ich guter Dinge." Markus Behringer