"Wasser marsch!" hieß es am Montagvormittag an der Altenkunstadter Mainbrücke. Die Autofahrer staunten nicht schlecht, als sich aus einem Hydranten unweit der Pizzeria Wasser über die Fahrbahn ergoss. Das Wasser stammte nicht aus Altenkunstadt, sondern aus dem benachbarten Burgkunstadt.

"Wir haben erfolgreich eine Trinkwassernotversorgungsleitung gelegt, um zu sehen, ob Altenkunstadt mit Wasser aus der Nachbarkommune versorgt werden kann. Es handelt sich um eine Schlauchleitung, die von Burgkunstadt kommend über die Mainbrücke bis zur Altenkunstadter Ampelkreuzung verläuft", erläuterte der Burgkunstadter Wassermeister Joachim Ruß. Ob technischer Defekt oder eine langanhaltende Dürreperiode wie in diesem Jahr - man wolle auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, sagte der Experte im Beisein der beiden Bürgermeister Robert Hümmer (Altenkunstadt/CSU) und Christine Frieß (Burgkunstadt/CSU), die von Kämmerin Heike Eber begleitet worden war.

Wasser ist identisch

Dasselbe Prozedere wiederholte sich kurze Zeit später in der Burgkunstadter Bahnhofstraße. Diesmal wurde erfolgreich Altenkunstadter Trinkwasser auf die andere Mainseite geschickt. Sollte einmal ein Brunnen ausfallen, so Ruß, dann könnten sich die beiden Kommunen, im Zuge der kommunalen Zusammenarbeit gegenseitig unterstützen.

Chemische Analysen hätten ergeben, fuhr der Fachmann fort, dass das kostbare Nass, sowohl in Alten- als auch in Burgkunstadt von seiner Leitfähigkeit und seiner Mischbarkeit her identisch seien. Wie ist es um die drei Trinkwasserbrunnen in Burgkunstadt bestellt, die sich unweit von Kirchlein am Sterzensknock und am Häckersgrund sowie am Burgkunstadter Goldbuckel befinden? "Wir hatten trotz der Trockenheit keinerlei Probleme", betonte Ruß. Auch um die Altenkunstadter Tiefbrunnen ist es nach Aussage von Netzmeister Alexander Büttner von der Firma Südwasser und dem Altenkunstadter Wasserwart Wolfgang Pohl gut bestellt. Die Gemeinde Altenkunstadt betreibt zwei Tiefbrunnen unterhalb des Wasserwerkes, das sich am Kreuzberg befindet. Zudem gibt es einen Brunnen der Firma Südwasser unweit des Ortsteiles Pfaffendorf. "Bei den Altenkunstadter Brunnen haben wir es mit artesischen Brunnen zu tun. Ein artesischer Brunnen ist ein Brunnen in einer Senke unterhalb des Grundwasserspiegels, in dem Wasser unter hohem Überdruck steht", erläuterte Pohl. Würde man nicht regelmäßig Wasser entnehmen, würde es wegen des enormen Drucks überlaufen, ergänzte der Fachmann. Nach Auskunft der beiden Experten sind die artesischen Brunnen in Altenkunstadt künstlich durch das Anbohren einer Grundwasserleitung entstanden.