Es war schon eine besondere Verabschiedung, die Forstdirektor Michael Schmidt dieser Tage vornahm. Nach 40 Jahren ging mit Frank Hömberg ein engagierter und anerkannter Fachmann in der Forst- und Holzwirtschaft in den Ruhestand, der maßgeblich am Aufbau der Waldbesitzervereinigung Kulmbach-Stadtsteinach beteiligt war.

Schmidt dankte dem scheidenden Mitarbeiter im Namen des Freistaats Bayern für die geleistete Arbeit und überreichte die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand.

So außergewöhnlich die Fähigkeiten von Frank Hömberg waren, so außergewöhnlich begann auch die Verabschiedung, nämlich mit einer außerplanmäßigen Dienstbesprechung im Revier Burghaig, die Hömberg eigens dafür vorbereitet hatte.

Reicher Erfahrungsschatz

"Seit dem 1. August 1983 warst du für dieses Revier zuständig und konntest den Wald, die Forstwirtschaft und die Waldbesitzer über viele Jahre prägen", sagte der Forstdirektor und: "Gerne hätte ich von deinem reichhaltigen Erfahrungsschatz noch mehr angezapft." Von Veitlahm aus starteten die Mitarbeiter des Forstamts Stadtsteinach zum Rundgang, zum Abschluss traf man sich zum Essen in Oberdornlach.

Mit Frank Hömberg verabschiedete Schmidt einen auch überregional verdienten und anerkannten Kollegen in den Ruhestand: "Wir haben heute Vormittag im Wald sehr viel eindrucksvolle Bilder gesehen. Frank hat in seiner Zeit hier bei uns viel erreicht und bewirkt. Für uns jüngeren Kollegen ist dies Ansporn und Vorbild zugleich." Wie Hömberg in den letzten Wochen und Monaten noch einmal Gas gegeben habe, sei schon außergewöhnlich gewesen. Er sei als Ansprechpartner immer verfügbar gewesen.

Außergewöhnliches habe Frank Hömberg ferner beim Aufbau der Waldbesitzervereinigung Kulmbach-Stadtsteinach geleistet, meinte Schmidt. "Als du 1983 auf das Revier Ziegelhütten II versetzt wurdest, gab es die Waldbesitzervereinigung zwar schon - diese spielte aber nahezu keine Rolle. Dem Einsatz und dem Engagement vieler Förster ist es zu verdanken, dass die Waldbesitzervereinigungen als schlagkräftige Organisationseinheiten heute überhaupt wahrgenommen werden."

Frank Hömberg kam von der Forstdirektion Oberbayern nach Stadtsteinach. Der Forstdirektor erinnerte an dessen Arbeit als Ausbildungsbeamter, die Bewirtschaftung des Stadtwaldes Stadtsteinach oder die Tätigkeiten als Personalrat und in der Jägerausbildung: "Du hast nicht nur über die Jagd gesprochen, sondern du bist auch zur Jagd gegangen. Das ist ein großer Unterschied."

Auch Landrat Klaus Peter Söllner würdigte die Verdienste Frank Hömbergs in vielfacher Hinsicht. "Nahezu jeder Waldbesitzer im Landkreis Kulmbach kennt Frank Hömberg. Er ist in der gesamten Region hoch anerkannt. Vielen Bürgermeistern stand er als kompetenter Ansprechpartner nahezu rund um die Uhr zur Verfügung. In der Jägerausbildung war er jahrelang aktiv und ein anerkannter Fachmann."

Bürgermeister Roland Wolfrum dankte für die Stadt Stadtsteinach: "Unter seiner Leitung wurde der Stadtwald sogar mit dem Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung ausgezeichnet." Werner Reißaus