Die Trebgast, das ist ein von Bindlach aus in nördlicher Richtung gemütlich dahinplätschernder Bach, der in Trebgast bei der ehemaligen Mühle in den Weißen Main mündet. Das Trebgasttal ist eine etwa 15 Kilometer lange und mehrere hundert Meter breite Ebene mit Feldern und Wiesen. Jetzt die Frage: Kann es die Trebgast gewesen sein, die dieses breite Tal geschaffen hat, das sich bis zum Trebgaster Badesee hinzieht? Die Antwort gab Geopark-Rangerin Isabelle Stickling bei einer Exkursion: Eindeutig nein, denn das Tal passt nicht zu diesem Bächlein.

Blick zurück

Doch wie entstand das Tal dann? Damit alle verstandenen, warum unsere Landschaft so ausschaut, wie sie heute ist, gab die Rangerin zunächst einen Überblick über die Erdgeschichte von vor etwa 300 Millionen Jahren bis von vor etwa 55 Millionen Jahren. Während der Exkursion kam Isabelle Stickling allmählich auf den Punkt: Ursprünglich entwässerte das gesamte Gebiet nur in die Richtung der heutigen Donau. Erst vor etwa 1,5 Millionen Jahren kam der Rhein ins Spiel, fraß sich tief ins Gelände und "klaute" alle Zuflüsse bis ins Fichtelgebirge. Der Rote Main, die Steinach aus dem Fichtelgebirge, und auch - was viele nicht wissen - der Mistelbach - treffen sich in der Nähe von Bayreuth und fließen durch das Trebgasttal, entwässern in den Weißen Main und damit in den Rhein. Die Steinach muss im Laufe der Zeit so unglaublich viel Geröll transportiert und zu einem Wall aufgebaut haben, dass sich der Rote Main ein neues Bett Richtung Westen suchen musste, das er heute noch hat. Damit hatte das Trebgasttal die Hälfte seiner Kapazität schon mal verloren.

Die letzte Eiszeit

Und es kam noch schlimmer: In der letzten Eiszeit - vor etwa 20 000 Jahren - gab es in diesem Gebiet wieder Hebungen und Senkungen. Das Ergebnis: Der Steinach wurde ihr bisheriger Weg abgeschnitten, und sie floss ebenfalls über den Roten Main nach Westen ab. Das Tal wurde erst einmal trockengelegt. Weil aus Richtung Süden kein Wasser mehr kam, entstand das Lindauer Moor. hd