Erlangen-Höchstadt — Wird ein Gebäude neu gebaut, umfassend saniert, verkauft oder neu vermietet, ist der Energieausweis Pflicht. Wer ein Objekt vermieten will, muss die wichtigsten Kenndaten des Ausweises in der Immobilienanzeige nennen. Tut er dies nicht, gilt dies ab dem 1. Mai 2015 als Ordnungswidrigkeit. Uwe Neumann, Energieberater des VerbraucherService Bayern für den Landkreis Erlangen-Höchstadt erklärt die wichtigsten Fakten zum Energieausweis, um Missverständnissen über Rechte und Pflichten von Eigentümern, Käufern und Mietern vorzubeugen.
Laut Energiesparverordnung (EnEV) soll der fünfseitige Energieausweis klare Aussagen über die energetische Qualität eines Gebäudes und die zu erwartenden Energiekosten treffen. Er enthält neben grundlegenden Angaben zum Gebäude entweder die Kennwerte für Energiebedarf (Bedarfsausweis) oder Energieverbrauch (Verbrauchsausweis). Bei Neubauten, bei Verkauf oder bei Vermietung von Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohneinheiten, die älter als 1977 sind, und das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 1977 nicht einhalten, ist nur der Bedarfsausweis zulässig.
"Wer sein eigenes Haus seit Jahren selbst bewohnt und es weder verkaufen noch vermieten will, braucht keinen Energieausweis - auch wenn es immer wieder Betrüger gibt, die das behaupten", stellt Energieberater Uwe Neumann klar.

Liste nicht verpflichtend

Der Ausweis beinhaltet auch - soweit möglich - Vorschläge, wie der energetische Gebäudezustand verbessert werden kann. "Hier handelt es sich ganz klar um Empfehlungen", betont Neumann. "Niemand ist verpflichtet, die Liste abzuarbeiten. Am besten bespricht man mit einem Energieberater, was möglich und sinnvoll ist".
Ein Energieausweis wird von Fachleuten mit besonderer Qualifikation ausgestellt. Ein amtliches Zertifikat oder eine vollständige Liste aller Aussteller gibt es allerdings nicht. Hilfreich sei die Liste der Deutschen Energie-Agentur (https://effizienzhaus.zukunft-haus.info/experten/suche-experten/). "Sie bietet jedoch keine Gewähr für die Qualität der gelisteten Anbieter", sagt Neumann.

Ausweis ersetzt nicht Beratung

Der Energieausweis ersetzt jedoch nicht eine Energieberatung. "Wer plant, die Empfehlungen in seinem Energieausweis umzusetzen, sollte unbedingt eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen", empfiehlt Ulrike Saul, Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Erlangen-Höchstadt.
Das Landratsamt bietet gemeinsam mit dem VerbraucherService Bayern eine genau solche Beratung an. Sie findet jeweils einmal monatlich in den Rathäusern von Herzogenaurach, Höchstadt und Eckental, in der Dienststelle des Landratsamtes in Höchstadt sowie in der Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth statt.
Eine halbstündige Beratung kostet fünf Euro. Für Bürger aus der Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth ist sie kostenlos. Zusätzlich bieten die Energieberater des VerbraucherService Bayern für 20 Euro auch einen Gebäude-Check vor Ort am Wohnhaus an.