Die Ortsdurchfahrt von Röbersdorf im Zuge der Staatsstraße 2260 - laut Bürgermeister Klaus Homann (CSU) "eine der schlimmsten im ganzen Landkreis" - wird 2020 und 2021 saniert. Davon darf man nach einem Ortstermin Homanns mit dem Abteilungsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt Bamberg, Michael Raab, sowie dem CSU-MdL Holger Dremel ausgehen.

Mit dem Ausbau geht ein großer Wunsch der Ortsbevölkerung in Erfüllung, die sich unlängst in einer Bürgerversammlung mit einem Planungsentwurf auseinandersetzen konnte. Und auch der Marktgemeinderat von Hirschaid ist angetan von der geplanten Sanierung, zumal endlich mehr Sicherheit für die Fußgänger erreicht werden kann. Freilich: Am kurvigen Verlauf der Ortsdurchfahrt kann nichts geändert werden und leider reicht die Fahrbahnbreite nicht, um Fahrradwege anzulegen.

Auf dieses Manko hatte Albert Deml von der Ökologischen Liste aufmerksam gemacht. Christiane Werthmann vom Planungsbüro Wittmann/Valier aus Bamberg und Peter Bittel vom Ingenieurbüro Wolf hatten dieses Anliegen schon geprüft, zumal es naheliegt, die Lücke zwischen den an den Ortsgrenzen endenden, überörtlichen Radwegverbindungen zu schließen. Werthmann bedauerte: "Es ist kein Platz dafür da!"

Ingenieur Bittel ergänzte, dass die gesetzlich erforderliche Mindestbreite für einen kombinierten Geh- und Radweg 2,75 Meter sei. Er müsste beidseitig angelegt werden, so dass allein dafür 5,50 Meter vom ohnehin eingeengten Verkehrsraum abgegrenzt werden müssten. Die Fahrbahn selbst muss aber mit 6,50 Meter Breite erhalten bleiben. Auch dafür schon müssen zwei Gebäude abgerissen werden.

Beim Anwesen Hauptstraße 9 geht es nicht anders, als die Fahrbahn auf 5,50 Meter zu verjüngen, damit dort wenigstens ein einseitiger Gehweg von 1,20 Meter Breite angelegt werden kann. Im Übrigen wird entlang der Ortsdurchfahrt auf der Südseite ein 1,50 Meter breiter Gehsteig gebaut, ab dem Fußgängersteg in Richtung Hirschaid auch auf der gegenüberliegenden Seite.

Zur Fußgängersicherheit ist eine Querungshilfe (Mittelinsel) im Bereich der Bushaltestellen vorgesehen. Und, was nach dem eingangs erwähnten Ortstermin klar ist: Zusätzlich wird eine bedarfsgesteuerte Fußgängerampel nahe der Einmündung der Raiffeisenstraße den Weg zum Kindergarten sicherer machen. An beiden Ortseinfahrten werden digitale Geschwindigkeitsanzeigen aufgestellt.

Kein Tempo 30

Das von den Bürgern geforderte Tempo 30 auf der Staatsstraße ist mit der Baubehörde "nicht zu machen". Dafür müsste schon ein Kindergarten, ein Altenheim oder eine Schule direkt an der Straße liegen, machte Abteilungsleiter Raab unmissverständlich klar. Um überhaupt Gehwege errichten zu können, laufen derzeit Grundstückverhandlungen der Gemeinde - bislang überwiegend positiv. Homann versichert, dass die Kosten der Straßenverbesserung nicht auf die Anlieger umgelegt werden.

Im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme sollen gestalterische Verbesserungen an der Ringstraße und an den Bushaltestellen getroffen werden. Es geht auch um mehr Aufenthaltsqualität in den Uferbereichen der Ebrach, die Beseitigung der Engstelle Ebrachbrücke, um den Erhalt städtebaulicher Strukturen sowie generell um mehr Verkehrssicherheit.

Die Marktgemeinde plant nach Informationen von Bürgermeister Homann für das Jahr 2020 die Sanierung von Kanal und Wasserleitung. Gleich im Jahr darauf folgt der Straßenausbau, bei dem unter anderem die Ebrachbrücke durch einen leistungsfähigeren Neubau ersetzt werden soll. Mit Blick auf den Hochwasserschutz und die Durchflusskapazität hat dabei das Wasserwirtschaftsamt ein wichtiges Wort mitzureden. Diese Behörde soll auch noch einmal gefragt werden, ob im Uferstreifen der Ebrach ein Radweg durch Röbersdorf gebaut werden könnte.

Zwei Millionen Euro

Die Marktgemeinde rechnet für die Sanierung der kommunalen Versorgungsleitungen und die städtebaulichen Verbesserungen mit rund zwei Millionen Euro Kosten. Das Straßenbauamt plant eine Investition von bis zu einer Million Euro.

Als Umleitungsstrecke bei Sperrungen der B 505 zwischen den Anschlussstellen Pommersfelden und Hirschaid hat die Staatsstraße durch Röbersdorf immer wieder eine große Verkehrsbedeutung. Innerörtlich wirkt sie jedoch fast wie eine Barriere. Seit 20 Jahren werden die Röbersdorfer mit dem Ausbau schon vertröstet, erinnert Gemeinderat Markus Zillig von der Wählergemeinschaft. Endlich scheint der Zeitpunkt gekommen, da alle Beteiligten das Projekt verwirklichen wollen. Die Ortsbewohner werden bei einer weiteren Planungswerkstatt im März Gelegenheit haben, ihre Wünsche zu präzisieren. Der Rahmen für den Ausbau ist nun gesteckt.