Nach zwei unglücklichen Heimniederlagen am zweiten Kampftag reisten die Judo-Damen der SG Eltmann als Tabellenschlusslicht der 2. Bundesliga der Frauen nach Karlsruhe. Dort trafen sie auf den Erstligaabsteiger und den aktuell Tabellenzweiten Karlsruhe und Kellerkind JT Rheinland. Zusätzlich fand bei der Doppelveranstaltung ein Bundesligakampf der Männer des BC Karlsruhe gegen den TSV Teisendorf statt.
Üblicherweise treten zuerst die beiden Gastmannschaften gegeneinander an. Da sich das Team JT Rheinland aber aufgrund einer Autopanne verspätete, einigten sich Karlsruhe und Eltmann, ihre Begegnung vorzuziehen. Damit hatten die Unterfranken gleich zu Beginn eine Herkulesaufgabe vor der Brust. Zu allem Überfluss konnte die etatmäßige 52-kg-Kämpferin der SG wegen einer Trainingsverletzung nicht kämpfen und musste ihre beiden Begegnungen kampflos abgeben.


Riedl in 30 Sekunden zum Sieg

Los ging es mit der Gewichtsklasse bis 78 kg, in der für Eltmann Anna Riedl auf die Matte ging. Inklusive 20 Sekunden Haltegriffzeit benötigte sie insgesamt weniger als 30 Sekunden, um ihre Kontrahentin auf die Verliererstraße zu schicken und ihr Team mit 1:0 in Front zu bringen.


Anne Endres verliert Debüt

Anschließend gab Anne Endres ein starkes Zweitligadebüt, rettete aber trotz zwischenzeitlicher Führung den Sieg nicht über die Zeit. So sollte es weiter gehen. In allen vier weiteren Kämpfen waren die SG-Judoka auf Augenhöhe und führten teilweise sogar, bevor sie dennoch den Sieg zum 1:6-Endstand abgeben mussten. Iris Oppelt, die im Schwergewicht nach längerer Abstinenz ein Minicomeback feierte, verletzte sich so schwer, dass sie in der zweiten Begegnung gegen Rheinland nicht mehr eingesetzt werden konnte. Damit kam der Eltmanner Coach doch gewaltig unter Zugzwang. Einerseits war die Personaldecke sehr dünn, andererseits musste die Niederlage aus der ersten Begegnung jetzt aus den Köpfen raus, wollte man gegen die Hessen punkten und die rote Laterne abgeben.
Kniffelig war die Besetzung im Schwergewicht, da die die etatmäßige Kämpferin ausfiel. Die Eltmanner Betreuer Klust und Riedl rechneten damit, dass Rheinland die Klassen 70 kg und 78 kg jeweils mit ihren stärksten Kämpferinnen besetzen würden. Das hätte eine leichtere Athletin im Schwergewicht zur Folge. Ihre Entscheidung: Endres, eigentlich bis 63 kg abgewogen, sollte im Schwergewicht antreten. Allerdings kam es anders als erwartet: Das JT Rheinland pokerte ebenfalls hoch und es standen interessante Kämpfe an, über deren Ausgang man im Vorfeld nur spekulieren konnte.


Eltmann geht in Führung

Frank, Grafen und Riedl brachten ihr Team mit 3:0 in Führung und es schien alles nach Plan zu laufen. Dann machte Rheinland aber kampflos den Punkt zum 1:3 und legte mit einem Sieg im Schwergewicht zum 2:3 nach. Dabei zeigte Endres eine beherzte Leistung, musste letztendlich aber der körperlichen Überlegenheit ihrer Gegnerin Tribut zollen. Klust, die an diesem Tag zwei starke Auftritte absolvierte, holte für die Franken den vorentscheidenden Punkt zum 4:2 und belohnte sich diesmal für ihre starke Leistung, nachdem sie in der ersten Begegnung klar in Führung liegend noch als Verliererin von der Matte musste.
In der abschließenden Begegnung bis 57 kg gestaltete Heidingsfelder den Kampf zwar lange offen, musste dann aber Rheinland den dritten Punkt zum 4:3-Endstand überlassen. Damit stehen die Franken nach drei von vier Kampftagen auf dem siebten Tabellenplatz, vor Rheinland und Gröbenzell, punktgleich mit Neuhaus.
Am letzten Kampftag im September erwartet die Eltmannerinnen eine schwierige Aufgabe in Weimar beim dortigen Drittplatzierten und gegen Wiesbaden (Rang 5).