Eckehard Kiesewetter

Ebern — Oder ob das Interesse für länger als nur diese kurze Eiszeit Bestand haben wird? Die Winterspiele von Pyoengchang jedenfalls wirken nach. Am Sonntag auf der Eiswiese in Ebern herrschte Betrieb wie lange nicht mehr. Hatten am Wochenende die deutschen Eishockeyspieler nicht nur das olympische Finale erreicht, sondern dort sogar die hohen Favoriten aus Russland an den Rand einer Niederklage gebracht, so waren am Sonntag in Ebern die Puckjäger mächtig aktiv.
Ungezählte Kinder, Jugendliche und Familien tummelten sich auf dem Eis. Dabei kam ihnen zugute, dass es sich in Ebern um eine geflutete Grünfläche handelt. Auf den Seen ist der Kufenspaß aktuell noch nicht möglich.


Ideale Bedingungen

So bescherten klirrende Frostnächte und strahlender Sonnenschein den Ebernern die perfekten Bedingungen, um den Olympia-Stars nachzueifern. Kinder kennen die Nationalspieler bereits "Ich bin der Müller, du der Kink", rief Dreikäsehoch Martin seinem Papa zu. Beide standen auf Schlittschuhen und hatten mit Winterstiefeln Torpfosten markiert. Dort wartete der Papa jetzt auf den Penalty. Dass der Angriffsversuch auf dem Hintern endete? Macht nichts: "Ein Kämpfer gibt nicht auf", meinte der "Nachwuchs-Müller". Der nächste Schuss saß dann auch!
Manch einer versuchte sich gar an Pirouetten und mag dabei das Eiskunstlauf-Goldduo Savchenko/Massot im Sinn gehabt haben. Andere ließen es gemütlicher angehen, nutzten - Hauptsache dick eingemummelt - die Gelegenheit für Spaziergänge. Oder aber man ließ sich zur "Eiszeit von innen" verführen. Denn für die italienische Familie Stefani hat just am Wochenende - bei Dauerfrost am Tag und minus 12 Grad in der Nacht - die 40. Saison in Deutschland begonnen.


Zwei Neuigkeiten

So "zapfig" hatten Silvano Stefani und seine Familie den Saisonstart in den Haßbergen seit Jahrzehnten nicht erlebt. Und: Es soll ja noch kälter werden! Zum 40. hat die Eisdiele die neue Adresse im - vor Jahren schon erworbenen - Haus am Marktplatz 8 bezogen, direkt neben dem Neptunbrunnen. Zudem gibt es einen Generationenwechsel: Ab jetzt ist Sohn Marco Chef hinter dem Tresen. Eis ist ihr Metier, aber auch so können die Stefanis mit der Kälte leben. Einerseits gibt es in den neuen Räumen einen Kamin. Außerdem "schmilzt das Eis da nicht so leicht", sagt Stefani grinsend.