Die Turnhalle der Grundschule Einberg sieht aus wie ein Rohbau. Und doch ist der Fortschritt bei der Generalsanierung der Schule hier bereits am größten. "Die Heizung funktioniert schon", sagt Architekt Matthias Hanstein, als er den Bausenat der Stadt durch die Baustelle führt.

Die Heizung der Halle ist auf dem modernsten Stand. Die Wärme kommt als Strahlung von riesigen Heizkörpern an der Decke. "Das ist in jedem Fall günstiger, als eine Heizung mit Luft", versichert der Architekt. In den Nebenräumen ist die Installation bereits weit fertig. "Kommende Woche wird mit dem Trockenbau begonnen", erklärt Matthias Hanstein. Anfang Februar sollen die Fliesenleger ihre Arbeit beginnen. Zurzeit wird je nach Wetter mal drinnen und mal draußen an dem Gebäude gearbeitet.

Das Flachdach ist saniert und eine Fluchttreppe wurde eingebaut, wie Bürgermeister Marco Steiner (FW) erläutert. Die alten Fenster wurden durch neue ersetzt, die Matthias Hanstein als "ballwurfsicher" bezeichnet. Die Scheiben sind blendfrei, lassen aber viel Licht durch. Dafür sorgt ein Stoff, der zwischen den Schichten des Wärmeschutzglases verbaut ist.

Dass die Arbeiten nicht nur gut im Zeitplan liegen, wie Marco Steiner versichert, sondern laut Matthias Hanstein auch gut im Finanzplan, hat mit dem Nachlassen der Konjunktur im Baugewerbe zu tun. Gerade jetzt im Winter bekomme er bei Ausschreibungen günstige Angebote, weil viele Unternehmen noch keine vollen Auftragsbücher haben, sagt Hanstein. In den vergangenen Jahren mussten selbst öffentliche Bauvorhaben oft mehrfach ausgeschrieben werden, weil zunächst keine Angebote von Firmen eingegangen waren. In dieser Hinsicht scheint sich gerade das Blatt ein wenig zugunsten der Bauherren zu wenden. So könnte der Rahmen von veranschlagten gut neun Millionen Euro voraussichtlich eingehalten werden.

Dass die Stadt solche Summen investieren kann, während sie bereits parallel die Mittelschule in Oeslau von Grund auf sanieren ließ, liegt an der hohen Förderung durch den Freistaat. Bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten bleiben der Stadt so erspart.

Unterricht in Ausweichschule

Die Schüler und Lehrer der Einberger Grundschule sind für die Dauer der Arbeiten umgezogen. Sie besuchen zurzeit eine Ausweichschule, die im ehemaligen Werksgebäude der Firma Living Glass eingerichtet wurde. Dort waren auch schon die Schüler und Lehrer der Mittelschule während der Sanierung einquartiert. Spätestens zum Schuljahresbeginn im September 2021 soll die Umquartierung ein Ende haben und die Schulfamilie wieder in Einberg sein, sagt Marco Steiner. "Ursprünglich waren wir von Ostern ausgegangen, wenn das klappen sollte. Aber dann müsste die komplette Schule wieder in zwei Wochen während der Ferien umziehen", gibt er zu bedenken. Wesentlich entspannter könnte das während der Sommerferien ablaufen.

Eher bescheiden nahm sich im Vergleich zu einer Schulsanierung aus, was der Senat am Feuerwehrhaus in Kipfendorf in Augenschein nahm. An dem vor wenigen Jahren errichteten Gebäude hatten sich beachtliche Risse gezeigt. "Wir sind mit den am Bau Beteiligten zu einem Vergleich gekommen", sagt Marco Steiner. Die Kosten für die Reparaturarbeiten konnten so durch eine vereinbarte Schadenersatzsumme gedeckt werden.