Zu einer langen Ratssitzung traf sich der Gemeinderat am frühen Dienstagabend. Im Mittelpunkt stand die Zukunft der stillgelegten ehemaligen Winkler-Bräu samt dem zugehörigen Gasthof- und Hotelbetrieb in Merkendorf.
Die Gemeinde Litzendorf hatte dieses Anwesen im Frühjahr 2016 erworben. Ursprünglich erfolgte der Kauf, um auf dem Areal Flüchtlingsunterkünfte anbieten zu können. Die Gesamtsituation hat sich jedoch seither entspannt und verändert. Im Frühjahr setzte der Brauer Christian Grasser im Auftrag der Gemeinde zudem einen Probesud im Brauhaus am Otterbach an, der erfolgreich verlief und geschmacklich vielversprechend ist. So hatte sich der Rat dazu verständigt, bei der Planungsgemeinschaft Edith Obrusnik und Ulrich Manz eine Machbarkeitsstudie zur Revitalisierung der ehemaligen Brauerei Winkler in Melkendorf erstellen zu lassen.
Obrusnik und Manz lieferten prompt. Ihr Ausblick lässt für den ehemaligen Winkler-Bräu und für einen Vitalitätszugewinn der Gemeinde Merkendorf gleichermaßen hoffen. Eine hervorragende Arbeit bescheinigte das Ratsgremium den Planern unisono, so auch die zur Stellungnahme eingeladene Tourismusbeauftragte Bianca Müller.
Deutlich wurde in der Studie, dass ein Großteil der Gebäude durchaus erhaltenswert ist, dass die Terrassenanlage über den Fasskellern und der historische Tanzsaal sowie der hinter dem Hotelbau gelegene Garten mit historischem Baumbestand das Zeug dazu haben, dem Ort eine lebhaft pulsierende Mitte zu geben. Die Planer haben sich eingehend mit der vorhandenen Bausubstanz, der Nutzung und Ergänzung, mit der Problematik möglicher Altlasten auf dem Gelände und mit der notwendigen Verkehrsanbindung sowie den Bedarfsflächen für den ruhenden Verkehr befasst. Der vorgelegte erste Entwurf davon, wie das ganze Areal einmal aussehen könnte, elektrisierte das Ratsgremium buchstäblich.
Obrusnik und Manz wurden schließlich bei nur einer Gegenstimme mit der weiteren Ausarbeitung der Machbarkeitsstudie beauftragt. Gemeinderat Michael Kummer (CSU) erklärte seine Gegenstimme mit dem Hinweis, dass die Gemeinde das Winkler-Areal ursprünglich nicht zum dauerhaften Besitz erworben habe. Da zudem die ursprünglich geplante Nutzung weggefallen sei, sehe er keine Notwendigkeit, die Sache weiter zu verfolgen.


Träumen erlaubt am Donnerstag

Am heutigen Donnerstagabend wird der Zwischenbericht der Machbarkeitsstudie in der Schule von Melkendorf allen interessierten Bürgern vorgestellt. Es werden ab 19 Uhr sowohl Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) als auch die Planer und wahrscheinlich auch einige Ratsmitglieder bei der Präsentation anwesend sein. Alle Bürger sind eingeladen - und dürfen auch ein bisschen träumen.


Multifunktionsplatz für die Jugend

Bereits zu Beginn gab der seit April für die Gemeinde aktive Jugendbeauftragte Franz Bezold einen ersten Bericht zu seiner Arbeit. Mit seinen Programmangeboten erreiche er nach und nach immer mehr Jugendliche. Und natürlich zeichnete sich da gleich noch ab, dass die Gemeinde bald schon Geld für die Gemeindejugend in die Hand nehmen muss, um einen Multifunktionsplatz einzurichten, der dauerhaft spannend für den Nachwuchs sein sollte.
Zum Bebauungsplan für die Doppelsporthalle berichtete Ingenieur Leonhard Valier, der die Stellungnahmen erläuterte, die von Privatpersonen und von Trägern öffentlicher Belange im Rahmen der zweiten öffentlichen Auslegung eingegangen waren. Das Verfahren wurde vom Ratsgremium schließlich mit einem einstimmigen Satzungsbeschluss auf den Weg zur Realisierung gebracht.