Mit den Kompetenzwochen 2020 wollen die "Macher" der Gesundheitsregion plus zum Wohlergehen der Bürger im Landkreis Kulmbach beitragen. Das Interesse am Start war groß, nicht zuletzt weil mit Alexander Herrmann ein Prominenter sein Kommen zugesagt hatte.

Der Wirsberger Sternekoch zauberte aber nicht etwa ein Drei-Gänge-Menü auf den Tisch, sondern sich mit seinem Beitrag "Eine Prise Fehler bitte!" von einer ganz anderen Seite zeigte: mal redselig, mal lustig und immer charmant.

Ein dickes Lob erhielt die Gesundheitsregion plus aus dem Mund der Gesundheitswissenschaftlerin Annette Scheder, zugleich Bereichsleiterin Gesundheitsförderung der AOK Bayern: "Ich finde es ganz klasse, dass sie diesem Partner-Prozess beigetreten sind, ich finde es super, dass sie sich dem aktuellen Thema Gesundheitskompetenz widmen, und ich finde es hervorragend, dass ich schon jetzt den Eindruck habe, dass sie in ihrem Landkreis ressortübergreifend zusammenarbeiten."

"Sehr gute Inhalte"

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) eröffnete die Gesundheitskompetenzwochen mit einem herzlichen Dank an die Protagonisten Annekatrin Bütterich, Peter Müller, Souzan Nicholsen und Laura Pytlik. "Unsere Mitarbeiter haben für sehr gute Inhalte gesorgt." Gesundheit sei das wichtigste Gut, deshalb sei es gut, die Vorsorge in den Mittelpunkt zu rücken und Initiativen zu starten.

Mit der Unterzeichnung einer Urkunde wurde die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im Partnerprozess "Gesundheit für alle" dokumentiert. Iris Grimm, die Referentin für gesundheitliche Chancengleichheit in der Landesbehörde, nannte als Ziele die Förderung eines gesunden Lebens von Menschen jeden Alters sowie die Unterstützung der Kommunen beim Aufbau und bei der Umsetzung von integrierten Strategien. Auch wolle man die vorhandenen Kenntnisse und Ressourcen bundesweit sichtbar und zugänglich machen. Grimm wünschte dem Landkreis einen erfolgreichen Start in den Partnerprozess. Er sei der 20. Partner, der sich dem Prozess "Gesundheit für alle" anschließe.

Annekatrin Bütterich beantwortete ihre Frage, warum diese Gesundheitskompetenzwochen initiiert wurden, gleich selbst: "Weil uns die gesundheitliche Chancengleichheit unserer Bürger am Herzen liegt und wir uns auch in diesem Bereich vernetzen wollen." Andere Landkreise seien schon mit gutem Beispiel vorangegangen, so müsse man das Rad nicht immer neu erfinden, sagte Bütterich.

Alexander Herrmann räumte mit der uralten These auf, dass man im Leben möglichst keine Fehler machen sollte. "Herausragende Leistungen oder eine Verbesserung des Bestehenden lassen sich nur erreichen, wenn man versteht, dass ein Fehler ein Teil des Weges ist."

Der erste Schritt zur Hilfe

Die Fehlerbereitschaft bei sich zu sehen, ist für den Sternekoch der erste Schritt, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und das gilt für Herrmann für alle Bereiche des Lebens, im Besonderen auch für die Gesundheit. Natürlich waren seine Erzählungen aus seinem beruflichen Umfeld und der Sterneküche, wo Fehler ganz normal sind, besonders interessant. Sein Credo: "Ohne Fehler gibt es nichts Gutes, der Fehler gehört dazu, aber wir wurden von der ersten Klasse an an Fehlern gemessen." Man müsse aber auch lernen, den Fehler anzunehmen.

Annette Scheder beschäftigte sich zunächst mit der Definition der Gesundheitskompetenz. Darunter verstehe man das Wissen, die Motivation und die Fähigkeit, relevante Informationen ausfindig zu machen, zu beurteilen und zu nutzen, um die Gesundheit zu erhalten, sich bei Krankheiten die nötige Unterstützung durch das Gesundheitssystem zu sichern oder sich kooperativ an der Behandlung und Versorgung beteiligen und die dazu nötigen Entscheidungen treffen zu können. "Die Gesundheitskompetenz betrifft jeden in der Gesellschaft von klein auf und hat Auswirkungen bis ins hohe Alter. Der Ausbau von Gesundheitskompetenz muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden."

Die Rednerin zeigte auch auf, warum diese Kompetenz immer wichtiger wird. Interessant war ihre Aussage, wonach 54,3 Prozent der Deutschen über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz verfügen.