Zum Ballett-Musical "Dance the inside out": Immer wieder beeindruckt es mich, wie Karin Neubauer und ihre Familie es schaffen, solche Mammutprojekte zu stemmen. Dieses Jahr konnte man an zwei Wochenenden das Ballett-Musical "Dance the inside out" erleben.

Karin Neubauers "School of modern dance" zeigt schon seit vielen Jahren mit ihren Ballettmusicals eindrucksvoll, wie man Emotionen, Leidenschaft und Körperbeherrschung in wundervolle Geschichten verpacken und dem Zuschauer näherbringen kann. Das Besondere daran ist, dass die Tänzer/-innen (selbst die Kleinsten) eigene Ideen und Vorschläge mit einbringen dürfen. Bilder, die gemalt werden, aber auch Bastelarbeiten, finden ihren Platz und ihre Würdigung. So lebt jeder dieses Stück und findet sich darin wieder.

Es geht nicht vorrangig um die absolute Perfektion symmetrischer Aufstellungen und das Erscheinungsbild eines durchgängigen Gleichklanges während des Auftrittes, sondern darum, dass die Tänzer/-innen in ihrer gemeinsamen Performance eines Tanzes dennoch ihre Individualität behalten und zeigen dürfen. Vielleicht ist es genau dieser Freiraum, der die Teilnehmer zu solch tollen Leistungen anspornt und sie so aufeinander achten lässt, dass der Auftritt letztendlich perfekt wird.

Die von den Akteuren gestalteten Darstellungen sind wirkungsvoll in Szene gesetzt. Von liebevollen, harmonischen, leichten, verspielten Präsentationen wird zu düsteren, spannungsgeladenen, ja fast beklemmenden, aber ebenso zu leidenschaftlichen und feurigen Elementen gewechselt. Die Aussagekraft der Tänzer, sei es durch Anmut und/oder kraftvoller Dynamik, ihrer Mimik und Gestik, fesseln immer wieder aufs Neue. Da bleibt keine Zeit für Langeweile. Vor allem das Lichtspiel und die Technik schaffen dazu noch geniale Effekte. Nebenbei lockern immer wieder Künstler mit ihren Gastauftritten das Musical auf und sorgen für Gänsehautfeeling. Wer also vom Wort "Ballett" von einem Besuch der Aufführung abgeschreckt wird, der verpasst etwas. In dem Ballettmusical bekommt man ein musikalisches Potpourri angeboten, das verschiedene Musikstile integriert und somit unterschiedliche Tanzstile möglich macht.

Bewundernswert finde ich jedes Mal den reibungslosen Ablauf. Groß hilft Klein. Die Assistenten leisten souverän und freundlich Hilfestellung und die Kleinen bewundern sie für ihr Können und eifern ihnen nach. Man nimmt gegenseitig Rücksicht aufeinander, hilft sich und dies nicht nur unter den Teilnehmern, sondern auch im Hintergrund. Die vielen fleißigen "Helfermamas" betreuen mit viel Geduld und Humor die Kinder hinter der Bühne, weisen Gäste ein oder versorgen diese. Sie machen es, weil sie hinter dem Projekt stehen und sich zur Ballettfamilie zugehörig fühlen.

Meine Kinder tanzen jetzt schon 12 und 10 Jahre lang mit Freude und Begeisterung mit. Ich schreibe deshalb nicht nur als begeisterter Zuschauer, sondern gleichzeitig als Mama, die mehrfach hinter der Bühne das Geschehen erleben durfte. Es ist einfach schön, dass man im Landkreis Kronach so wundervolle kulturelle Highlights angeboten bekommt. Carola Hebentanz Teuschnitz