Daniela Pondelicek

Echte Adelige leben auf Schloss Rosenau schon lange nicht mehr - aber am Dienstagnachmittag zogen kleine Ritter und Prinzessinnen in die alten Gemäuer ein, als der Türöffnertag der Sendung mit der Maus und das Museumsfest gefeiert wurden. Die Kinder verwandelten sich beim Ritterturnier in tapfere Ritter und tollkühne Prinzessinnen, lauschten fantastischen Geschichten im Märchenzelt oder ließen sich im Schloss in den Adelsstand erheben.
Emma und Noel, beide sieben Jahre alt, haben rund um das Schloss einen spannenden Tag erlebt. "Ich habe beim Ritterturnier mitgemacht und das hat mir sehr gefallen", erzählt Emma. Am meisten Spaß habe sie bei der ersten und der letzten Disziplin gehabt. "Es war toll, den Drachen mit dem Schwert umzuhauen und den Ritter mit der Lanze auf sein Schild zu klopfen", schwärmt sie. Auch Noel hat beim Ritterturnier mitgemacht. Sie sieht es ähnlich wie Emma: "Die letzte Übung mit der Lanze war einfach am besten!" Gleich danach ist sie ins Schloss gegangen, um sich krönen zu lassen. "Und ich habe auch schon leckeren Kuchen gegessen und mit meinen Freunden gespielt", erzählt sie freudestrahlend.


Fantasievolle Geschichten

"Das Ritterturnier war bei den Kindern heute sehr beliebt - eigentlich hätten wir es rund um die Uhr anbieten müssen, um dem Andrang standzuhalten, aber da würde meine Stimme vermutlich nicht mitmachen", erzählt Gerhard Kabus. Mit dem "Luginsland" ist er seit 20 Jahren unterwegs, um den Kindern auf Museumsfesten oder ähnlichen Veranstaltungen ein buntes Programm zu bieten. Beim Türöffnertag auf Schloss Rosenau moderiert er das Ritterturnier und erzählt den Kindern fantasievolle Geschichten, so wie die von der Zauberin Viviane, die alles Mögliche versucht, um einen Schnarchdrachen aus ihrem Garten zu bekommen. "Heute waren viele Kinder da, um sich die Geschichten anzuhören - bei jeder Vorstellung war das Zelt voll", freut sich Gerhard Kabus. Seine Geschichten basieren auf Kindergeschichten, die er gelesen hat. "Ich schreibe sie aber noch um, damit sie in mein Konzept passen", erklärt er. So kürzt er sie noch, damit er sie in etwa zehn Minuten erzählen kann und ändert auch die Namen ab, damit die Kinder sich noch besser mit den Figuren identifizieren können. Bei der Auswahl der Geschichten achte er vor allen Dingen auf eines: "Meistens sprechen mich die Geschichten an, die eine moralische Botschaft beinhalten, diese aber nicht mit erhobenem Zeigefinger präsentieren." So erzähle er Geschichten, bei denen die Kinder auf subtile Art und Weise lernten, nicht zu lügen oder wie sie mit Ängsten richtig umgehen könnten.
Im Moment arbeitet er an einer Geschichte, in der es um einen "Nein-Sager" geht. "Ich finde das interessant, weil es doch manche Kinder gibt, die sehr oft zu neuen Dingen nein sagen", erklärt Gerhard Kabus. Und an diese Kinder richte sich dann auch die unterschwellige Botschaft: "Es geht darum, den Kindern ein Gefühl dafür zu vermitteln, wann es richtig ist, nein zu sagen - und wann dafür hingegen ein schlechter Zeitpunkt ist."